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Nobelviertel in Hamburg : Harvestehude: Anwohner stimmen Flüchtlingsunterkunft zu

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Gegen eine Flüchtlingsunterkunft wehrten sich Anwohner lange. Doch dann erfolgte nach monatelangem Hin und Her ein Umdenken. Zu dem Sinneswandel der Anwohner soll auch der nahende Winter beigetragen haben.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2015 | 18:05 Uhr

Hamburg | Jetzt ist es amtlich: 190 Flüchtlinge werden in einem der nobelsten Stadtteile Hamburgs unterkommen. Sie können in das einstige Kreiswehrersatzamt in der Sophienterrasse in Harvestehude einziehen. Eine entsprechende Vereinbarung besiegelten Anwohner und Bezirksamt Eimsbüttel am Donnerstag nach einjährigem Rechtsstreit. Beide Parteien unterzeichneten einen Vergleichsvertrag. „Wir haben uns das gegenseitig nicht leicht gemacht“, sagte Bezirksamtsleiter Tortsen Sevecke. Doch am Ende seien beide Seiten aufeinander zugegangen.

Das Verwaltungsgericht hatte im Januar einem Eilantrag von Anwohnern des früheren Kreiswehrersatzamts an der Sophienterrasse stattgegeben und den Umbau des Gebäudes gestoppt. Die Stadt wollte in dem seit 2012 leerstehenden Haus eigentlich 220 Flüchtlinge unterbringen. Damit waren die Anwohner nicht einverstanden. Auch in zweiter Instanz wurde das Urteil bestätigt. Ein im Mai vom Verwaltungsgericht vorgelegtes Vergleichsangebot lehnten die Kläger ab.

Noch im diesem Winter sollen die Asylbewerber dann in das einstige Kreiswehrersatzamt in der Sophienterrasse ziehen. Zunächst muss das seit 2012 leerstehende Gebäude umgebaut werden. Ende Dezember sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. Die Unterbringung ist auf knapp zehn Jahre begrenzt. Anschließend sollen dort Wohnungen gebaut werden.

„Meine Mandanten freuen sich, dass nach monatelangem Auseinandersetzungen der Streit nun beigelegt ist“, sagte der Rechtsanwalt der Kläger. Beide Seiten hätten dafür Abstriche gemacht.

Neben der aktuellen Flüchtlingssituation hat vor allem der nahende Winter zu dem Sinneswandel der Anwohner beigetragen. „Man war der Auffassung, dass es vernünftig ist, noch vor der kalten Jahreszeit eine Lösung zu finden“, sagte der Kläger-Anwalt.

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