Fusion mit der arabischen UASC : Hapag Lloyd will zur fünfgrößten Reederei der Welt werden

Der Zusammenschluss mit UASC soll Einsparungen von etwa 400 Millionen Euro bringen.

shz.de von
27. März 2017, 12:46 Uhr

Hamburg | Nach dem Zusammenschluss mit der arabischen UASC will sich die Linienreederei Hapag-Lloyd weltweit unter den Top Fünf der Anbieter etablieren. In den wichtigsten Fahrtgebieten hätten die fünf größten der Branche erheblichen Einfluss auf den Markt, sagte HL-Vorstandschef Rolf Habben Jansen am Montag in Hamburg.

Die Krise der Containerschifffahrt macht auch Hapag Llyod zu schaffen. Obwohl die Hamburger im vergangenen Jahr mehr Container transportieren, brach der operative Gewinn um zwei Drittel ein.

Hapag-Lloyd, zu der schon die chilenische CSAV gehört, wird durch den Zusammenschluss mit den Arabern einen Platz auf Rang fünf gutmachen. Er sei überzeugt, dass es in Zukunft nur bis zu sieben globale Linienreedereien geben wird, ergänzte Habben Jansen. 

Für die Fusion mit UASC liefen die letzten Vorbereitungen. Sie soll bis 31. Mai - statt bisher geplant 31. März - vollzogen sein. „Wir mussten eine Unmenge an Dokumenten erstellen. Vielleicht haben wir das einen Tick unterschätzt“, sagte Habben Jansen. Der Zusammenschluss soll Kosteneinsparungen von 436  Millionen US-Dollar (400 Mio Euro) bringen. Ein Drittel davon soll bereits 2017 wirksam werden, der Rest spätestens von 2019 an. Einmalig kostet die Fusion rund 150 Millionen US-Dollar.

Nach der UASC-Integration will Hapag-Lloyd vor allem seine Verschuldung von netto dann 6,4 Milliarden Euro zurückfahren. „Wir müssen in den nächsten Jahren nicht investieren“, kündigte Habben Jansen an. Die United Arab Shipping Company (UASC) bringt knapp 80 Schiffe ein und erhöht die gemeinsame Flotte auf 240 Schiffe und eine Transportkapazität von 1,6 Millionen Standardcontainer (TEU). Das Durchschnittsalter der Flotte betrage dann 6,3 Jahre. Nach der Fusion sei es nicht unwahrscheinlich, dass von den 94 von HL gecharterten Schiffe einige zurückgegeben werden, kündigte Habben Jansen an.

Die führende deutsche Reederei hatte 2016 ihre Transportmenge um 2,7 Prozent auf 7,6 Millionen Standardcontainer (TEU) gesteigert, jedoch ging der Umsatz von 8,8 auf 7,7 Milliarden Euro zurück - bedingt durch niedrige Preise für den Frachttransport und wieder gestiegene Treibstoffpreise. Auch in diesem Jahr rechnet der HL-Chef mit steigenden Bunkerpreisen - auf wieder bis zu 300 US-Dollar je Tonne (2016: 210 Mio US-Dollar).

Im Gegensatz dazu sieht er nur moderat steigende Frachtpreise (2016: 1036 US-Dollar/TEU). „Wir brauche höhere Frachtraten, da muss mehr passieren“, bekräftigte Habben Jansen erneut. Nach seiner Einschätzung wird hierbei der weitere Konsolidierungsprozess in der Branche helfen und die Angebotsverknappung auf die Raten wirken. Die im April startende Fahrgemeinschaft „THE Alliance“ von Hapag-Lloyd mit Yang Ming aus Taiwan und drei fusionierenden japanischen Reedereien werde effizienter sein als ihre Vorgänger-Allianz, sagte Habben Jansen.

Die Container-Reederei schloss 2016 mit einem Konzernverlust von 93 Millionen Euro ab, nach einem Gewinn von 114 Millionen Euro im Vorjahr. Durch Kostensenkungen und Synergie-Effekte soll das positive Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 216 Millionen Euro (2016) deutlich steigen. Zum Nettoergebnis gab der HL-Chef keine Prognose ab.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen