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Hamburger Traditionsreeder : Hapag Lloyd vor Fusion mit Chilenen

vom

Die Hamburger werden viertgrößte Reederei der Welt. Auch nach dem Zusammenschluss mit CSAV soll Hamburg Firmensitz bleiben.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 09:56 Uhr

Hamburg | Die Fusion der Container-Reederei Hapag-Lloyd und des chilenischen Konkurrenten CSAV steht nach Informationen der Tageszeitungen „Die Welt“ und „Hamburger „Abendblatt“ kurz bevor. Die Verträge würden am Mittwoch unterschrieben, heißt es unter Berufung auf Verhandlungskreise. Durch den Zusammenschluss entstünde die weltweit viertgrößte Containerreederei. Ein Sprecher von Hapag-Lloyd in Hamburg wollte die Berichte nicht kommentieren.

Laut den Zeitungen ist Hamburg als Firmensitz vorgesehen, die Zentrale für Lateinamerika werde in Brasilien angesiedelt. Zusammen kommt das Unternehmen demnach auf mehr als neun Milliarden Euro Umsatz und setzt mehr als 200 Schiffe auf den Weltmeeren ein. Seit Monaten arbeiten die beiden Unternehmen daran, die viertgrößte Reederei hinter den Branchenriesen Maersk, MSC und CMA CGM zu bilden.

Die Branche leidet seit sieben Jahren unter Überkapazitäten, einem mörderischen Konkurrenzkampf, niedrigen Frachtraten und Verlusten. Hapag Lloyd verbuchte im Jahr 2013 einen Verlust von 97,4 Millionen Euro. Die Branche erwartet Fusionen und Übernahmen. Noch gibt es viele kleine und mittlere Reedereien. CSAV erreicht allein im Containerbereich mit mehr als 50 Schiffen einen Umsatz von rund drei Milliarden Dollar.

Das reicht für die Marktführerschaft in Südamerika, aber weltweit unter den Reedereien nur für Platz 20. Hapag-Lloyd mit rund 150 Schiffen ist ungefähr dreimal so groß und momentan auf Platz sechs. Der Plan sieht vor, dass CSAV sein Containergeschäft in das neue gemeinsame Unternehmen einbringt und im Gegenzug rund 30 Prozent der Hapag-Lloyd-Aktien erhält. Anschließend folgt eine Kapitalerhöhung bei Hapag-Lloyd, die von den Chilenen überproportional bedient wird, so dass deren Anteil am gemeinsamen Unternehmen auf 34 Prozent steigt. Diese Anteile werden mit den Aktienpaketen der Stadt Hamburg und des Transportunternehmers Klaus-Michael Kühne vertraglich verknüpft, so dass eine stabile Mehrheit von 75,5 Prozent entsteht.

Hinter CSAV steht maßgeblich die Holding Quinenco der chilenischen Familie Luksic. Die Familie ist in der Lebensmittelindustrie ebenso engagiert wie in der Finanzbranche; sie unterhält gemeinsame Aktivitäten mit Weltkonzernen wie Heineken, Nestlé, PepsiCo oder der Citibank. Von dem Engagement bei Hapag-Lloyd erwartet sich Quinenco vor allem eine gute Rendite in dem schwierigen Markt und dürfte als aktiver Großaktionär auch Einfluss auf das Management nehmen.

Nach spätestens zwei Jahren sollen jährliche Kosten von 300 Millionen Dollar eingespart sein. In einem zweiten Schritt soll Hapag-Lloyd nach mehreren Fehlversuchen endlich an die Börse gehen.

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