Hamburger Container-Reederei : Hapag-Lloyd senkt Jahresprognose – Aktie bricht ein

Wegen stark gestiegener Kosten könnte der Gewinn vor Zinsen und Steuern sinken.
Bislang war die Reederei von „deutlich steigenden“ Ergebnissen im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen.

Wegen stark gestiegener Kosten könnte der Gewinn vor Zinsen und Steuern sinken.

shz.de von
29. Juni 2018, 15:05 Uhr

Hamburg | Die Container-Reederei Hapag-Lloyd muss bei ihrer Prognose zurückrudern. Höhere Treibstoffkosten durch die in diesem Jahr stark gestiegenen Ölpreise und ein Anstieg der Charterraten aufgrund der stärkeren Nachfrage nach Schiffen lassen die Kosten in die Höhe schnellen. Dies war laut Hapag-Lloyd so nicht vorhersehbar.

Unsicherheit bestehe auch in Bezug auf die Entwicklung der Frachtraten, teilte das Dax-Unternehmen am Freitag in Hamburg mit.

Hapag-Lloyd zufolge könnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in diesem Jahr schlimmstenfalls auf 200 Millionen Euro fallen. Das käme einer Halbierung der im Vorjahr erzielten 411 Millionen Euro gleich. Im günstigsten Fall könnte das Ebit aber auch auf 450 Millionen Euro steigen. Bislang war die Reederei von einem „deutlichen“ Anstieg ausgegangen.

Die weiten Spannen bei der Prognose erklärte ein Sprecher mit den Schwankungen im Schifffahrtgeschäft, das sich stark an der konjunkturellen Entwicklung orientiere. So sind die Ölpreise beispielsweise seit Jahresbeginn um rund ein Fünftel gestiegen, was wiederum den Treibstoff verteuert. Die bislang eingeleiteten Sparmaßnahmen reichen dem Konzern zufolge nicht aus, um dem wachsenden Kostendruck Herr zu werden.

An der Börse sorgte die Nachricht für einen Kurseinbruch. Für die Aktie ging es zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent nach unten, zuletzt lag das Papier gut zwölf Prozent im Minus. Tags zuvor war auch der Lichtspezialist Osram für eine Gewinnwarnung vergleichbar abgestraft worden.

Hapag-Lloyd muss sich schon seit längerem mit dem Preiskampf in der Branche und einem herausfordernden Umfeld auseinander setzen. 2017 hatte das Unternehmen, dass sich mit der arabischen Reederei UASC zusammengeschlossen hat, nach zuvor roten Zahlen unter dem Strich wieder Gewinn gemacht. Auch das erste Quartal verlief besser als von Experten erwartet. Der Konzern hatte damals vor allem Hoffnung auf weitere Verbesserungen in der zweiten Jahreshälfte gemacht.

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