Nach Fusion mit Reederei CSAV : Hapag-Lloyd: Das Ziel ist der Börsengang

Das Unternehmen schreibt noch rote Zahlen. Der erste Baustein für die Zukunft der Reederei wurde aber Ende 2014 gelegt.

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16. Januar 2015, 11:07 Uhr

Hamburg | Rolf Habben Jansen, seit 200 Tagen Chef der deutschen Linienreederei Hapag-Lloyd, hat für die künftige Strategie des Unternehmens eine klare Reihenfolge im Kopf. „Natürlich denken wir immer an einen Börsengang“, sagte er am Donnerstagabend in Hamburg. „Aber das ist abhängig von den Ergebnissen des Unternehmens und von der Verfassung des Kapitalmarktes.“ Die Hapag-Lloyd-Eigentümer würden am liebsten noch in diesem Jahr an die Börse gehen, doch noch schreibt die Reederei rote Zahlen.

Folglich müssen die Ergebnisse möglichst schnell besser werden. Und da sieht sich der Niederländer auf einem guten Weg: „Wir haben eine sehr gute Chance, das Unternehmen zu drehen“, sagte Habben Jansen.

Der erste Baustein für die Zukunft ist die Fusion mit der Containersparte der chilenischen Reederei CSAV, die im Dezember unter Dach und Fach gebracht wurde. Nun werden die beiden Unternehmen zusammengeführt. „Bis Mitte des Jahres sind wir eine Organisation, ein Netzwerk“, kündigte Habben Jansen an. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die angestrebten Einsparungen von 300 Millionen US-Dollar jährlich erreichen - und noch ein bisschen mehr.“ Entscheidend in einem Fusionsprozess seien die Menschen im Unternehmen - und die arbeiteten sehr gut zusammen.

Welche Schneisen die Fusion in die Belegschaft des Konzerns schlagen wird, ist nach den Worten des Chefs noch offen. Einerseits sei klar, dass bei der Zusammenführung von zwei Unternehmen auf Dauer auch das Personal angepasst werden müsse. Andererseits sei das nicht der Schwerpunkt 2015; in vier bis sechs Wochen werde man mehr wissen.

Wichtiger dagegen sei ein zweiter Baustein: Mit einem zusätzlichen Sparprogramm will Habben Jansen nochmals einen dreistelligen Millionenbetrag bei den Kosten einsparen. Die geplanten Maßnahmen reichen von Optimierungen bei den Inlandsverkehren über günstigeren Treibstoffeinkauf bis zu einer höheren Auslastung der Schiffe.

Mit 200 Schiffen und einem Umsatz von rund neun Milliarden Euro ist Hapag-Lloyd die viertgrößte Containerreederei der Welt - allerdings mit einem größeren Abstand zu den Top drei. Die Branche ist seit sieben Jahren in der Krise, die meisten Unternehmen erwirtschaften nicht ihre Kapitalkosten.

Hapag-Lloyd schreibt seit Jahren Verluste, und auch für dieses Jahr sieht es noch nicht nach schwarzen Zahlen aus. Dennoch ist Habben Jansen um die Zukunft seiner Branche nicht bange: „Die Schifffahrt wächst nicht mehr zweistellig, aber immer noch mit vier bis sechs Prozent pro Jahr. Darüber würden sich manche Branchen freuen.“ Über kurz oder lang würden die Unternehmen wieder Gewinne erwirtschaften.

Schwierig werden für Habben Jansen die Entscheidungen über den Kauf neuer Schiffe, die in den nächsten Monaten wieder anstehen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Reedereien immer wieder die modernsten Frachter kaufen. Wegen der hohen Ölpreise in den vergangenen Jahren haben die Unternehmen Schiffe angeschafft, die langsam fahren und wenig Treibstoff verbrauchen.

Nun haben sich die Ölpreise halbiert - und es könnte wirtschaftlich sinnvoll sein, wieder schneller zu fahren und dafür weniger Schiffe einzusetzen. Doch niemand weiß, wie lange der Treibstoff günstig bleibt, und die Schiffe fahren 20 Jahre. „Wir werden das entscheiden können“, sagte Habben Jansen. Doch wie, das sei noch offen.

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