Einkaufszentrum in Hamburg : Hanseviertel wird doch nicht abgerissen

In die Jahre gekommen: Das Hanseviertel.
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Der typisch hanseatische Backstein-Look verschaffte dem Hanseviertel seinen neuen Denkmalstatus.

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15. Januar 2018, 11:52 Uhr

Dem wirtschaftlich strauchelnden Einkaufsquartier drohte bereits der Abriss. Diese Option fällt nun weg „Das Hanse-Viertel steht jetzt unter Denkmalschutz, so Hanseviertel-Centermanager Uwe von Spreckelsen. Dies gab das Denkmalschutzamt Hamburg am 12. Januar bekannt. Auch soll es angeblich einen möglichen Käufer geben.

Das vor 37 Jahren eröffnete Hanseviertel gehörte zu den deutschlandweit ersten Shopping-Centern neuen Typs mit anspruchsvollen Läden und Restaurants in ansprechender Architektur. Seit geraumer Zeit hat das einstige Vorzeige-Quartier jedoch mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die lichtdurchflutete Passage, die von einer zentralen Rotunde mit Oberlicht dominiert wird, ist zu klein: Sie verfügt über nur ein brauchbares Ladengeschoss. Das Mövenpick-Restaurant im Untergeschoss ist schon seit zehn Jahren geschlossen. Dort herrscht seither Leerstand. Mit insgesamt 9000 Quadratmetern Ladenfläche und 60 Geschäften zählt die Passage inzwischen zu den kleineren in der Innenstadt.

Die Allianz als Eigentümer der Immobilie sucht seit vergangenem Jahr nach einem Käufer, ein Hamburger Investor soll bereits Abrisspläne für die Einkaufspassage gehabt haben. Mit dem neuen Status als Denkmal wird daraus nichts. Die Allianz hatte selbst beim Denkmalschutzamt nachgefragt, ob Denkmalwürdigkeit für das Hanseviertel besteht. Das Amt, das nur auf Anfrage tätig werden kann, prüfte den Fall und befand, dass der Gebäudekomplex ein „stadtgeschichtlich, städtebaulich und architektonisch herausragendes Bauwerk der Postmoderne in Hamburg“ sei, so Denkmalschutzamtsleiter Andreas Kellner.

Das Ergebnis überrascht Hanseviertel-Centermanager Uwe von Spreckelsen nicht. „Ein Teil der Architektur stand ja bereits unter Denkmalschuz, etwa die Fassaden“, so von Spreckelsen. Das Shoppen unter echtem Tageslicht und vor allem der für die Wände und den Boden verwendete typisch hanseatische Backstein machen das Hanseviertel zu etwas ganz Besonderem.“

Über den angeblichen Käufer ist bisher so gut wie nichts bekannt. Das „Hamburger Abendblatt“ zitiert den Architekten der Passage: „Der potenzielle Käufer ist auf mich zugekommen.“ Uwe von Spreckelsen relativiert die Hoffnung. „Das sind Marktgerüchte. Es gibt zurzeit keine konkreten Angebote.

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