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„Nordrhein-Westfalen“ : Hannelore Kraft tauft neue Fregatte in Hamburg

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Die zweite von vier neuen Marineschiffen der Klasse 125 hat in Hamburg einen Namen bekommen. Zuvor war die „Baden-Württemberg“ fertiggestellt worden.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 14:47 Uhr

Hamburg | Mit dem Bergmannsgruß „Glück auf!“ hat die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ein neues Marineschiff in Hamburg auf den Namen „Nordrhein-Westfalen“ getauft. „Mich erfüllt es mit Stolz, dass dieses Schiff künftig den Namen unseres Bundeslandes über die Weltmeere tragen wird“, sagte Kraft am Donnerstag bei der Zeremonie.

Der fast 150 Meter lange Neubau ist die zweite von vier Fregatten der Klasse 125. Die erste Fregatte hatte Ende 2013 Gerlinde Kretschmann, die Frau des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), auf den Namen „Baden-Württemberg“ getauft.

Die Auslieferung des ersten Exemplars musste mehrfach verschoben werden, zuletzt wegen Problemen mit der Brandschutzbeschichtung. Jetzt rechnet die Marine damit, die „Baden-Württemberg“ Mitte 2017 und die „Nordrhein-Westfalen“ ein Jahr später übernehmen zu können. Die noch folgenden beiden Fregatten sollen „Sachsen-Anhalt“ und „Rheinland-Pfalz“ heißen. Mit der Namenstaufe ist eine Patenschaft mit dem jeweiligen Bundesland verbunden.

Bei der Zeremonie wurde an frühere Patenschaften zwischen Nordrhein-Westfalen und der Bundesmarine erinnert. Kraft erwähnte die in der Kaiserzeit gebauten Kriegsschiffe „SMS Westfalen“ und „SMS Rheinland“, die bei zahlreichen Einsätzen im Ersten Weltkrieg dabei waren.

Die neuen Schiffe werden zum 4. Fregattengeschwader in Wilhelmshaven gehören. Das Auftragsvolumen für alle vier Fregatten beträgt rund zwei Milliarden Euro. Mit Waffentechnik und kompletter Ausrüstung kosten sie den Bund nach Angaben des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr rund 3,1 Milliarden Euro.

Die Fregatten werden gemeinsam von ThyssenKrupp Marine Systems (Hamburg) und der Friedrich-Lürssen-Werft (Bremen/Wolgast) produziert. Die Schiffe haben einen kombinierten dieselelektrischen und Gasturbinen-Antrieb und sind bis zu 26 Knoten (48 km/h) schnell.

An Bord ist neben den wechselnden Besatzungen von 120 Mann Platz für ein 50-köpfiges Spezialkräfte-Kommando mit Ausrüstung. Es kann mit vier Speedbooten an Land gehen, zudem können zwei Hubschrauber an Bord stationiert werden. Die Kanonen können bis zu 70 Kilometer entfernte Ziele an Land angreifen. Andere Kriegsschiffe und Flugzeuge können mit Flugkörpern bekämpft werden. Ferner gibt es spezielle Einrichtungen zur Abwehr von Piraten und Terroristen sowie die Technik zur Führung eines multinationalen Einsatzes.

Kraft hob die Aufgabe der Marine hervor, zusammen mit Verbündeten für die Sicherheit im Schiffsverkehr zu sorgen: „Gerade ein rohstoffabhängiges und exportorientiertes Land wie Deutschland - und ganz besonders Nordrhein-Westfalen - sind auf freie Seewege angewiesen.“ Für die Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ habe sich bereits ein Freundeskreis gegründet. Die Ministerpräsidentin lud die Besatzung zur Feier des 70. Jubiläums von Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf ein.

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