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Hamburg-Wahl 2015 : Olaf Scholz: „Wer Führung bestellt, bekommt sie auch“

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Hamburgs Bürgermeister Scholz gibt sich siegessicher. Auch für seine dann zweite Amtszeit will er mit Ehrlichkeit punkten. Ein Porträt.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 16:18 Uhr

Hamburg | Er hält, was er verspricht, verspricht er. Wie schon 2011, als er aus dem Stand die CDU-Regierung in Hamburg nicht nur ablöste, sondern auch gleich eine absolute Mehrheit für seine SPD erzielte, will Bürgermeister Olaf Scholz auch diesmal durch Ehrlichkeit punkten. Dem Zufall überlässt der 56-Jährige dabei nichts. Seine Auftritte vor der Wahl am 15. Februar scheinen bis ins Detail geplant, Probleme werden abgeräumt, ehe die Opposition sie ausschlachten kann.

Offensichtlich gilt weiter das Motto von 2009, als er nach 2001 zum zweiten Mal den Parteivorsitz in der Hansestadt übernahm. Damals sagte er in einem Interview: „Wer bei mir Führung bestellt, muss wissen, dass er sie dann auch bekommt.“ Scholz – seit 1975 in der SPD – wurde in der Vergangenheit immer wieder Überheblichkeit vorgeworfen.

Nach seiner Zeit als Juso-Vize (1982-1988) stieg der gebürtige Osnabrücker mit Hamburger Wurzeln 1994 in den Parteivorstand der Hansestadt auf. Ihm wurde damals „napoleonisches Gehabe“ vorgeworfen. Seiner Karriere tat dies keinen Abbruch. 1998 wurde er in den Bundestag gewählt, zwei Jahre später wurde er erstmals SPD-Landeschef in Hamburg (bis 2004).

2001 musste der studierte Arbeitsrechtler seinen Berliner Job vorerst fahren lassen. Die SPD Hamburg hatte das Thema Innere Sicherheit vernachlässigt und es drohte bei der Bürgerschaftswahl eine Schlappe gegen den populistischen Amtsrichter Ronald Schill. Scholz wurde Innensenator, konnte eine Wahlniederlage aber nicht mehr verhindern.

2002 holte ihn Kanzler Gerhard Schröder als Generalsekretär an seine Seite. Dabei fing sich Scholz den Spitznamen „Scholzomat“ ein, weil er sich öffentlich zwar geschliffen, aber oft wenig inhaltsreich zu äußern pflegte. Arbeitsminister in der großen Koalition wurde Scholz dann 2007 durch den überraschenden Rücktritt von Franz Müntefering. Danach überraschte er durch seine Kurzarbeiter-Regelungen.

Sollte Scholz die absolute Mehrheit verteidigen, wonach es derzeit nicht aussieht, wird es aller Voraussicht wieder eine Debatte über eine Kanzlerkandidatur des SPD-Bundesvizes geben. Und wie schon 2011 wird der Ehemann der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Britta Ernst dann wohl wieder sagen, dass er unbedingt Bürgermeister bleiben will: „Es ist doch eine schöne Sache, 2024 die (Olympischen) Spiele als Bürgermeister zu eröffnen“, sagte er bereits.

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