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Bürgerschaftswahl in Hamburg : Landeswahlleiter: „Nutzen Sie auf jeden Fall die Chance mitzuentscheiden“

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Zehn Kreuze und 900 Kandidaten: Die Wahlhelfer haben beim Auszählen der Stimmzettel alle Hände voll zu tun. Die Sitzverteilung in der Bürgerschaft soll am Sonntagabend mitgeteilt werden.

Hamburg | Noch nie durften in Hamburg so viele Menschen die Bürgerschaft wählen. Nun hofft Willy Beiß nur, dass auch möglichst viele Bürger von ihrem vornehmsten demokratischen Recht Gebrauch machen. „Nutzen Sie auf jeden Fall die Chance mitzuentscheiden, wie Hamburg in den nächsten fünf Jahren regiert wird“, appellierte der Leiter des Landeswahlamtes an die Hamburger.

Von Langeweile könne jedenfalls keine Rede sein, die Umfragen prognostizierten einen knappen Ausgang des Urnengangs am 15. Februar. Beiß: „Das betrifft vor allem die absolute Mehrheit der SPD und das Abschneiden von FDP und AfD. Schon relativ wenige Stimmen können viel bewirken, vielleicht sogar Entscheidendes."

Beiß, aber auch die Vertreter der Parteien, fürchten kaum etwas mehr als eine ähnlich schlechte Wahlbeteiligung wie 2011, als nur 57,8 Prozent der Berechtigten ihre Kreuzchen machten - Negativrekord. Eine Ursache war seinerzeit das gewöhnungsbedürftige neue Zehn-Stimmen-Wahlrecht für die Bürgerschaft. Weil damals zeitgleich auch die Bezirksversammlungen bestimmt wurden, jonglierten die Hamburger in den Wahlkabinen mit vier Stimmheften und 20 Stimmen.

Er hoffe, die Bürger seien mittlerweile besser mit den größeren Auswahlmöglichkeiten vertraut, so der Landeswahlleiter. Die Ergebnisse der im Mai 2014 abgehaltenen Bezirkswahlen lassen dies laut Beiß vermuten.

Am Sonntag können die Hanseaten erneut zehn Kreuze vergeben und diese nach Belieben auf 15 Parteien und Wählervereinigungen sowie fast 900 Kandidaten verteilen. Darunter befinden sich vier Einzelbewerber, der bekannteste ist „Primarschulrebell" Walter Scheuerl, der 2011 für die CDU in die Bürgerschaft eingezogen war. Knapp 300 der Kandidaten sind Frauen, knapp 600 Männer.

Dank des Zehn-Stimmen-Wahlrechts ist der Einfluss der Hamburger auf die personelle Zusammensetzung ihrer Bürgerschaft größer als bei allen anderen Landesparlamenten. An der Elbe können die Wähler die Reihenfolge der Parteilisten ignorieren und Kandidaten von hinteren Plätzen nach vorn befördern. Das bedeutet freilich einen erhöhten Aufwand bei der Auszählung für Beiß und seine Mitarbeiter. 14.300 Wahlhelfer werden bis zum Montagnachmittag brauchen, um die Ergebnisse festzustellen.

Dennoch will der Landeswahlleiter schon am Sonntagabend die Sitzverteilung in der Bürgerschaft mitteilen. Dazu werde es eine „vereinfachte" Auszählung am Wahltag geben. Diese ermittelt nur die Parteienanteile und lässt Kandidatenstimmen noch außen vor. Der Großteil der Bewerber muss sich damit einen weiteren Tag gedulden. Erst am Montag gegen 20 Uhr soll feststehen, welche 71 Personen in den 17 Wahlkreisen und welche 50 über die Parteilisten gewählt worden sind.

Premiere an der Wahlurne feiern etwa 27.000 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, die nach der Absenkung des Wahlalters um zwei Jahre erstmals abstimmen dürfen. Sie sorgen dafür, dass die Zahl der Wahlberechtigten mit 1,3 Millionen einen neuen Höchstwert erreicht. Ein Novum ist ferner, dass der Stadtstaat sein Parlament nun für fünf statt für vier Jahre wählt.

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erstellt am 10.Feb.2015 | 19:21 Uhr

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