zur Navigation springen

Hamburg-Wahl 2015 : Dietrich Wersich: Gewinnend, aber chancenlos

vom

Er ist ein echter „Hamburger Jung“ und kein Freund persönlicher Attacken. Doch bei den Wählern bleibt CDU-Spitzenkadidat Wersich unter dem Radar. Ein Porträt.

Hamburg | Nach dem Abgang der halben Führungsriege wegen des blamablen Abschneidens der CDU bei der Bürgerschaftswahl 2011 gilt Dietrich Wersich als Hoffnungsträger seiner Partei. Beobachter schätzen ihn ein als smart, kenntnisreich, gewinnend – und chancenlos. Zu übermächtig Hamburgs Bürgermeister und SPD-Chef Olaf Scholz, als dass der frühere Sozialsenator und heutige CDU-Fraktionschef am 15. Februar einen Stich machen könnte.

Der 50-Jährige ist aufgewachsen als vierter von fünf Söhnen eines Landwirts, der sich im Hamburger Stadtteil Lokstedt als Gartenbauer selbstständig machte. Seit 18 Jahren ist der „Hamburger Jung“ in der Politik. Wersich studierte Medizin in der Hansestadt und arbeitete bis 2002 als Arzt am Uniklinikum Eppendorf. Neben seiner Tätigkeit als Facharzt für Allgemeine Medizin engagierte sich Wersich in der Kultur.

So war er 1995 an der Wiedereröffnung des Altonaer Theaters beteiligt und leitete auch den Spielbetrieb der Hamburger Kammerspiele und des Harburger Theaters. 1997 zog er erstmals in die Bürgerschaft ein, 2008 wurde er Senator in der ersten schwarz-grünen Koalition auf Landesebene. Seit 2011 ist Wersich Oppositionsführer. Im September 2014 wurde er auf Platz eins der CDU-Landesliste gewählt.

An ein Desaster für die CDU glaubt Wersich nicht, selbst wenn Umfragen sagen: Rund die Hälfte der Wähler kennt den Spitzenkandidaten nicht, gerade 20 Prozent würden derzeit für seine Partei stimmen. Das ist noch weniger als bei dem Debakel von 2011.

Schon fast trotzig sagt Wersich dennoch: „Wir wollen und können regieren.“ Seine Reden hält er mit bedachten Worten, ruhiger Stimme und manchmal zu langen Pausen. Seinen Gegner Scholz will er nicht auf persönlicher Ebene angreifen, „aber ich benenne klar, wo er Fehler macht“. Er fühle sich als Teamspieler. Mit einem autoritären Führungsstil wie Scholz ihn pflege, könne er nichts anfangen.

Bei den Rathauskickern, der Fußballmannschaft der Bürgerschaft, spielt er in der Verteidigung oder im Mittelfeld. In seiner Freizeit geht er in den Schweizer Alpen wandern, feuert den Hamburger SV an und besucht gerne Theater und Konzerte. Wersich lebt zusammen mit seinem langjährigen Partner in Hamburg. Ausgleich findet er auch im Garten „als Abwechslung zum Rathaus“ und ist angeblich auch oft in einem Baumarkt anzutreffen. Er selbst bezeichnet sich als „kreativen Kopf“.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 16:18 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen