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Im Zeichen des G20-Gipfels : Hamburgs Polizei erwartet Krawalle am 1. Mai

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Mai-Demos stehen unter dem Eindruck des G20Treffens im Juli in Hamburg.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 21:27 Uhr

Hamburg | Manche befürchten einen Krawall-„Testlauf“ für den G20-Gipfel. Andere hoffen eher auf die Ruhe vor dem Gipfelsturm: Hamburgs Polizei jedenfalls stellt sich auf heftige Ausschreitungen rund um den 1. Mai ein. „Wir erwarten ein Szenario wie in den vergangenen Jahren“, sagt Polizeisprecher Ulf Wundrack. Seit vielen Jahren ist es traurige Tradition, dass linke Gruppen den Maibeginn zu Sachbeschädigungen und Angriffen auf Polizisten nutzen. Schwerpunkt ist meist das Schanzenviertel rund um die Rote Flora.

In diesem Jahr stehen viele Mai-Demonstrationen unter dem Eindruck des G20-Treffens Anfang Juli in Hamburg. Besonders im Blick haben die Sicherheitskräfte die „revolutionäre 1. Mai Demonstration“ ab 18 Uhr. Anmelder ist die kommunistische Gruppierung „Roter Aufbau“, Motto: „Krieg und Krise haben System. G20 entern, Kapitalismus versenken.“ Die Polizei rechnet mit 2000 Teilnehmern, die ab 18 Uhr vom Schanzenviertel zum Jungfernstieg marschieren wollen. Zum Pulk werden nach Einschätzung der Behörden mehrere hundert gewaltbereite Linksextremisten gehören.

Auch die zentrale Veranstaltung des DGB am Tag der Arbeit könnte von Störern unterlaufen werden, so die Befürchtung. Der Gewerkschaftsmarsch mit Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) führt ab 10.30 Uhr vom Rödingsmarkt zum Fischmarkt, wo eine Abschlusskundgebung geplant ist. 3500 Menschen werden erwartet. Im Internet mobilisiert das linksextremistische Bündnis „Rise up“ Anhänger für eine Teilnahme. Ein „klassenkämpferischer und antikapitalistischer Block“ hat sein Kommen bereits angekündigt.

Zeitgleich mit der Ankunft der DGB-Zugs gegen 12 Uhr soll unweit des Fischmarkts an der Großen Elbstraße eine weitere Demo beginnen, angemeldet vom Rote-Flora-Aktivisten Andreas Blechschmidt. Motto: „Demo gegen AfD, Rechtsruck, G20 und die kapitalistischen Verhältnisse.“ Auch hier gehört das „Rise up“-Bündnis, ein Zusammenschluss gewaltorientierter linksextremistischer Gruppierungen, zu den Organisatoren. Ursprünglich richtete sich der Aufmarsch vor allem gegen eine Mai-Kundgebung der AfD. Die Rechtspopulisten haben die Veranstaltung abgesagt. Das nehme Druck aus dem Kessel, heißt es bei der Polizei.

Den Auftakt markierte ein Marsch von G20-Kritikern nach dem Heimspiel des Zweitligisten FC St. Pauli.


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