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Gegen Olympia-Bewerbung : Hamburgs Linke: Die Steuerzahler müssen blechen

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Eine Studie soll das Nein von Hamburgs Linken zu Olympischen Spielen in der Hansestadt untermauern. Hamburg würde nicht nur sozial gespalten, wenn das Sportereignis in den Norden kommen sollte.

Hamburg | Hamburgs Linke haben ihr klares Nein zu einer Olympiabewerbung der Stadt mit einer Studie untermauert. Die am Dienstag vorgestellte Untersuchung der Bürgerschaftsfraktion kommt zu dem Ergebnis, dass die Hansestadt im Falle der Ausrichtung Olympischer Spiele 2024 oder 2028 nicht nur enorme Kosten zu stemmen hätte, sondern auch die soziale Spaltung der Stadt gravierender würde und zusätzliche Umweltschäden zu befürchten seien.

Der Sportexperte der Linken, Mehmet Yildiz, betonte unter Hinweis auf die Ergebnisse der 23-seitigen Studie: „Wir sind gegen die Ausrichtung der Olympischen Spiele unter den gegenwärtigen Bedingungen. Profiteure sind hauptsächlich das IOC, Großkonzerne, Werbeagenturen. Für die Schulden müssen die Steuerzahler aufkommen“, kritisierte Yildiz. Und die Kosten seien enorm. So habe Atlanta 1996 mit Kosten von umgerechnet rund 730 Millionen Euro kalkuliert. Tatsächlich gekostet haben die dortigen Spiele der Studie zufolge fast 1,3 Milliarden Euro. Sogar um ein Vielfaches mehr kosteten danach die Olympischen Spiele von Peking. Obwohl die Schätzungen mehrfach auf bis zu 26,6 Milliarden Euro nach oben korrigiert worden seien, hätten die Spiele letztlich mit rund 33 Milliarden Euro zu Buche geschlagen.

Yildiz erklärte, dass in diesen Summen auch die Kosten für die Infrastruktur wie Bauten, Straßen und Verkehrsmittel enthalten seien. Dinge, die auch Hamburg gut brauchen könnte. „Aber warum macht man das nicht unabhängig von Olympia?“ Seit Jahrzehnten warteten Teile Hamburgs auf eine vernünftige Verkehrsanbindung, kritisierte Yildiz. „Da kann unabhängig von Olympia investiert werden.“

Doch auch den Reformwillen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kritisierten die Linken. „Eine Reform würde frühestens 2028 oder 2032 greifen.“ Im übrigen seien die Linken auch nicht davon überzeugt, dass der langjährige Olympia-Funktionär und IOC-Präsident Thomas Bach viel erreichen werde beziehungsweise wolle. Die Hamburgische Bürgerschaft hatte vergangene Woche einen ersten Schritt hin zu einer Olympia-Bewerbung der Hansestadt gemacht. SPD, CDU, Grüne und FDP beschlossen, den Senat mit einer „ergebnisoffenen Studie“ zu beauftragen und ihn bis Herbst die Chancen und Risiken von Olympischen Sommerspielen in Hamburg darlegen zu lassen.

Voraussetzung für eine Bewerbung sei jedoch eine Reform des IOC sowie ein Ja der Hamburger bei einem Referendum zu dem Sportgroßereignis.

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erstellt am 27.Mai.2014 | 16:05 Uhr

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