1500 neue Wohnungen : Hamburgs Hafencity wird lebendiger

Wohnen am Wasser: Die Elbphilharmonie rahmt die Hafencity im Westen ein (oberer Bildrand), die Elbbrücken bilden den Schlusspunkt im Osten (Bildrand unten links). Daran angrenzend erstreckt sich der östliche Baakenhafen, in dem gut zwei Drittel von insgesamt  1500  Wohnungen in diesem Jahr in Bau gehen.
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Wohnen am Wasser: Die Elbphilharmonie rahmt die Hafencity im Westen ein (oberer Bildrand), die Elbbrücken bilden den Schlusspunkt im Osten (Bildrand unten links). Daran angrenzend erstreckt sich der östliche Baakenhafen, in dem gut zwei Drittel von insgesamt 1500 Wohnungen in diesem Jahr in Bau gehen.

Mehr Familien zieht es in Hamburgs jüngsten Stadtteil. Damit es ihnen dort gefällt, soll sich einiges tun.

shz.de von
21. Januar 2018, 09:52 Uhr

Hamburg | Zu teuer, zu elitär, zu wenig soziale Infrastruktur: Seit seiner Gründung 2004 gilt Hamburgs jüngster Stadtteil als wenig familientauglich. Doch in den letzten Jahren ist der Anteil von Haushalten mit Kindern in der Hafencity stetig gestiegen.

Nach aktuellen Zahlen des Statistikamts Nord übertrifft der Anteil von Jugendlichen und Kindern mit 22,7 Prozent in der Hafencity deutlich den Hamburger Durchschnitt von 16,2 Prozent. „Für Familien ist der Stadtteil mittlerweile attraktiv“, sagte Hafencity-Geschäftsführer Jürgen Bruns-Berentelg am Freitag während der Jahrespressekonferenz. Die Familienorientierung mit dem frühzeitigen Bau einer dreizügigen Grundschule und vier Kitas mit 350 Plätzen zahle sich aus und wird nach Einschätzung von Bruns-Berentelg durch Baugemeinschaften und geförderten Wohnungsbau in den kommenden Jahren noch zunehmen und den Familienanteil auf 25 Prozent steigen lassen. Für sie entstehen im östlichen Teil der Hafencity bis 2020 eine weitere vierzügige Grundschule, eine weitere Kita mit 200 Plätzen und ab 2022 ein Gymnasium und eine Stadtteilschule.

Hafencity-Manager Jürgen Bruns-Berentelg erläuterte, wie die Hafencity weiter wachsen wird. Auf dem Kleinen Grasbrook südlich der Elbe werden bis 2030 2000 Wohnungen entstehen.
Foto: Glosemeyer
Hafencity-Manager Jürgen Bruns-Berentelg erläuterte, wie die Hafencity weiter wachsen wird. Auf dem Kleinen Grasbrook südlich der Elbe werden bis 2030 2000 Wohnungen entstehen.
 

In großen Schritten voran geht es in diesem Jahr mit dem Wohnungsbau: 800 neue Wohnungen werden 2018 bezogen. Etwa 1500 Wohnungen gehen in Bau, darunter 450 auf dem Strandkai, dem „Filetstück“ in direkter Nähe zur Elbphilharmonie, 950 Wohnungen im Quartier Baakenhafen nahe den Elbbrücken und 150 am Lohsepark. 3300 Menschen leben inzwischen in der Hafencity, etwa 12.000 kommen werktäglich zum Arbeiten in Hamburgs jüngsten Stadtteil.

Einen richtigen Schub für das bislang noch eher „tote“ Abend- und Nachtleben verspricht sich der Hafencity-Manager durch die Eröffnung von gleich drei Hotels in diesem Jahr mit insgesamt 700 Zimmern: „Dann wird hier auch abends mehr los sein.“ Mit Kino, einer Bühne und einem Störtebeker-Spielschiff für Kinder seien die neuen Hotels mit ihren unterschiedlichen Konzepten nicht nur Unterkunft für Übernachtungsgäste, sondern „Stadtwohnzimmern“ und kulturelle Treffpunkte für die Hamburger selbst. Ausdrücklich als „Hotel für Hamburger“ versteht sich etwa das neue Hotel „Pierdrei“ im nördlichen Überseequartier mit 212 Zimmern und einer Kino-Lounge mit drei Sälen. Einen besonderen Familienschwerpunkt verfolgt das Hotel der österreichischen Hotelkette Jufa, das im Mai mit 220 Zimmern am Baakenhafen seinen Betrieb aufnehmen wird. Und schließlich eröffnet im Herbst die Holiday-Inn-Gruppe gegenüber der Hafencity-Universität ein neues Haus mit 265 Zimmern und einem Konferenz- und Veranstaltungsbereich.

Zu Freizeitaktivitäten laden Spielplätze, kleine Parks und Promenaden ein. Im Mai wird die künstlich angelegte Halbinsel Baakenpark mit dem 15 Meter hohen „Himmelsberg“ eröffnet.
Foto: Thomas Hampel
Zu Freizeitaktivitäten laden Spielplätze, kleine Parks und Promenaden ein. Im Mai wird die künstlich angelegte Halbinsel Baakenpark mit dem 15 Meter hohen „Himmelsberg“ eröffnet.
 

Eine wichtige Etappe für die Erreichbarkeit der Hafencity − insbesondere im östlichen Teil, wo in diesem Jahr die meisten Wohnungen gebaut werden − wird die Fertigstellung der neuen U4-Haltestelle an den Elbbrücken sein. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember nimmt sie den Betrieb auf.

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