Nach Aufrüstung : Hamburgs Blitzer knacken Zehn-Millionen-Euro-Marke

Hamburg will die Tempokontrollen nochmals erheblich ausbauen.
Hamburg will die Tempokontrollen nochmals erheblich ausbauen.

„Gelddruckmaschinen“ statt Sicherheit im Fokus: CDU kritisiert die Standorte der Blitzanlagen.

shz.de von
31. Juli 2018, 18:43 Uhr

Hamburg | Raser füllen Hamburgs Stadtkasse wie noch nie. Die 28 fest installierten Radaranlagen sorgten im vergangenen Jahr für Einnahmen aus Verwarn- und Bußgeldern in Höhe von 10,06 Millionen Euro. Das hat der Senat auf eine Anfrage des CDU-Verkehrsexperten Dennis Thering mitgeteilt. Binnen Jahresfrist ist die Summe der stationär erblitzten Strafgelder damit um mehr als die Hälfte angewachsen; 2016 lag der Wert bei 6,4 Millionen Euro, 2011 waren es noch 4,8 Millionen.

Und: Schon jetzt ist so gut wie sicher, dass 2018 den nächsten Einnahmerekord bringen wird. Laut Senatsantwort lag die Summe der Strafgelder an festen Radaranlagen im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits bei 6,1 Millionen Euro.

Die rasante Steigerung der Einnahmen geht einher mit einer erheblichen Aufrüstung am Straßenrand. Gab es in Hamburg vor sieben Jahren nur 20 stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen, waren es im Jahr 2016 schon 24, 2017 dann 28, und Ende dieses Jahres sollen es 34 sein. Der Senat begründet die Ausweitung der Überwachung mit anhaltend hohen Unfallzahlen infolge überhöhter Geschwindigkeit.

Kritik an Standorten der Blitzanlagen

Nach Auffassung von CDU-Mann Thering handeln die Behörden dabei jedoch inkonsequent. So würden die stationären Anlagen weder an Gefahrenschwerpunkten noch an besonders schützenswerten Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Altenheimen aufgestellt. „Ganz offensichtlich will der Senat lieber Kasse machen, anstatt die Verkehrssicherheit nachhaltig zu erhöhen.“ Für SPD und Grüne seien die Blitzer eher „Gelddruckmaschinen“. Die Polizei weist das zurück. Laut einem Sprecher richten sich die Standorte der festen Blitzer ausschließlich nach Unfallzahlen und Gefahrenpotenzial. 

Beschlossene Sache ist bereits, dass Hamburg die Tempokontrollen nochmals erheblich ausbaut. Nach Angaben des Senats gehen bis Ende des Jahres sechs zusätzliche stationäre Blitzer in Betrieb. Einige von ihnen erhalten auch Einrichtungen zur Rotlichtüberwachung. 

Die neuen Radarsäulen stehen an folgenden Straßen:

  • Alsterglacis/Dammtordamm (beide Richtungen)
  • Nordkanalstraße/Anckelmannsplatz (Richtung Eiffestraße, mit Rotlichtüberwachung)
  • Saarlandstraße (beide Richtungen)
  • Sievekingsallee/Hammer Straße (stadteinwärts, Rotlicht)
  • Tarpenbekstraße (stadteinwärts)
  • Willy-Brandt-Straße/Rödingsmarkt (Richtung St. Pauli, Rotlicht).
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen