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Nach schlechter Probeklausur : Hamburgs Abiturienten meistern das Einheits-Abi

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Das Hamburger Abitur hat keinen guten Ruf. Bei der einheitlichen Prüfung schneiden die Schüler durchschnittlich ab. Doch die Opposition sieht keinen Grund zum Aufatmen.

Hamburg | Die Leistungen Hamburger Abiturienten in ihren schriftlichen Prüfungen liegen nach Aussage der Schulbehörde auf Bundesniveau. „Hamburgs Abitur hatte bislang nicht den allerbesten Ruf“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Freitag in der Hansestadt. Doch die Schüler hätten das erste bundeseinheitliche Abitur „ordentlich bewältigt“.

„In Fremdsprachen sind wir gut, in Deutsch im Mittelfeld, in Mathematik haben wir Nachholbedarf.“ Die CDU-Fraktion warnte Rabe jedoch davor, das Gesamtergebnis schönzureden. „Mit Mittelmaß dürfen wir uns in Hamburg nicht zufriedengeben“, sagte deren schulpolitischer Sprecher Richard Seelmaecker. In Englisch lag die Durchschnittsnote bei 2,77, in Französisch bei 2,45. In Deutsch gab es einen Schnitt von 3,02 und in Mathematik von 3,47. Weil die Reifeprüfung in den Bundesländern als zu unterschiedlich und daher kaum vergleichbar gilt, sollte ein gemeinsamer Aufgabenpool die Anforderungen in vier Fächern auf ein gemeinsames Level bringen.

Die FDP kritisierte, dass ein echter Vergleich immer noch ausstehe, denn Noten aus anderen Bundesländern seien ja bislang nicht bekannt. Deshalb sei es auch völlig unklar, wie gut die Hamburger Schulpolitik wirklich abschneide, betonte die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein. Die Schulbehörde erklärte, es sei unklar, ob die anderen Bundesländer ihre Noten so transparent veröffentlichen werden wie Hamburg. Die Einschätzung vom Abschneiden auf Bundesniveau sei lediglich anhand der Maßstäbe erfolgt, die die bundesweiten Anforderungen nun setzten, sagte ein Behördensprecher.

Rabe zeigte sich angesichts der Hamburger Ergebnisse erleichtert, gerade weil die Abiturienten im Stadtstaat in Mathematik in einer Probeklausur im Dezember nur die Durchschnittsnote 4,1 erzielt hatten.

Für Diskussionen sorgte damals die Anordnung des Senators, alle Ergebnisse um eine Note anzuheben. Zusätzliche Übungsstunden in diesem Fach wurden angesetzt. „Das war sicher das schwerste Hamburger Mathematik-Abitur der letzten Jahre“, betonte Rabe. Doch der Bundes-Standard müsse sichergestellt werden. „Sonst riskieren wir, dass Hamburgs Abiturienten demnächst als Abiturienten zweiter Klasse schlechtere Chancen in Beruf und Studium haben.“

Die FDP mahnte, mit neuen Bildungsplänen und einer Unterrichtsgarantie bessere Voraussetzungen für die Schulen zu schaffen. Die Linke betonte, Unterrichtsqualität sei wichtiger als ein Abi-Ranking.

Nach den schriftlichen Prüfungen laufen derzeit noch die mündlichen. Im vergangenen Jahr hatten 58,4 Prozent aller Schulabgänger das Abitur in der Tasche. Rabe geht davon aus, dass der Rekord in diesem Jahr noch übertroffen werden könnte.

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erstellt am 30.Jun.2017 | 16:23 Uhr

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