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Wochenzeitung : Hamburger „Zeit“ greift in Hamburg an

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Sie ist „die Wochenzeitung aus Hamburg“: Im 69. Jahr ihres Bestehens spendiert sich die "Zeit" einen Hamburg-Teil.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 10:05 Uhr

Hamburg | Die Wochenzeitung „Die Zeit“ erscheint am Donnerstag in Hamburg erstmals mit einem Regional-Teil. „Wir erscheinen schon so lange in dieser Stadt, dass die Idee auf der Hand lag, Hamburg endlich auch ein eigenes journalistisches Angebot zu machen“, sagte der Geschäftsführende Redakteur der „Zeit“, Patrik Schwarz, der Nachrichtenagentur dpa. „Die Pläne für den Start gibt es schon eine Weile.“ Der Verkauf von Springer-Zeitungen („Hamburger Abendblatt“) an die Essener Funke-Gruppe sei nicht der Auslöser gewesen.

Statt wie angekündigt mit acht Seiten, kommt die Hamburg-Ausgabe in der Startphase mit durchschnittlich zehn Seiten heraus - weil das Anzeigenaufkommen nach Angaben einer Verlagssprecherin „beeindruckend“ ist. Die erste Ausgabe werde sogar 14 Seiten haben. 75 000 Exemplare sollen vom Hamburg-Teil erscheinen. In der Metropolregion hat die „Zeit“ nach Verlagsangaben 33.000 Abonnenten.

Inhaltlich geht es den Blattmachern um eine stärkere Debattenkultur in der Hansestadt: „Hamburg lebt durch seine Vielfalt - und diese Vielfalt spiegelt sich auf unseren Seiten“, sagte Schwarz. „Wir blicken immer wieder liebevoll auf die Stadt, aber das schließt Kritik nicht aus.“ Hamburg vertrage es durchaus, herausgefordert zu werden.

Mit 23 Veranstaltungen - Lesungen, Debatten, Orgelmusik sowie einem Gespräch zwischen dem Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und dem „Zeit“-Herausgeber und Altbundeskanzler Helmut Schmidt (18.30 Uhr, Deutsches Schauspielhaus) - wird die „Neuerscheinung“ am Mittwochabend in Hamburg gefeiert. In der Hansestadt baute der Verleger Gerd Bucerius (1906-1995) die liberale Wochenzeitung auf, die 1946 erstmals erschien. 2013 erreichte sie mit 512.075 verkauften Exemplaren (IVW) ihre bisher höchste durchschnittliche Jahresauflage.

Mit Extra-Teilen hat das Blatt Erfahrung: Seit November 2005 gibt es eine Österreich-Ausgabe, deren Auflage dem Verlag zufolge sich seitdem auf 20.000 Exemplare verdoppelt hat. Die Schweiz-Auflage hat ihre Zahlen seit 2008 um 50 Prozent auf 10.000 Exemplare erhöht. Seit September 2013 werden für die fünf ostdeutschen Bundesländer drei Seiten „Zeit im Osten“ von Dresden aus produziert.

Was den Hamburg-Leser erwartet? „Wir wollen ein Pflichtblatt werden, das Vergnügen macht. Nicht l'art pour l'art, sondern rein in die Debatten“, sagte Schwarz. „Ich erlebe Hamburg als eine Stadt, die facettenreich ist, aber deren Facetten oft wenig miteinander zu tun haben“, ergänzte der Redaktionsmanager. „Mein Wunsch wäre, das wir uns als der Ort etablieren, an dem die unterschiedlichen Seiten der Stadt zusammenkommen - und gerne auch ihre Kontroversen austragen.“ 

Für die neuen Seiten wurden sechs Redakteure eingestellt, die unterstützt werden von freien Mitarbeitern - sowie von Autoren anderer Ressorts des „Zeit“-Verlags.

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