Sylt : Hamburger SPD will Schullandheim Puan Klent retten

Die Gebäude des Hamburger Jugenderholungsheim Puan Klent. /Archiv
Die Gebäude des Hamburger Jugenderholungsheim Puan Klent. /Archiv

Der Betreiber von Puan Klent hatte Mitte Dezember einen Insolvenzantrag gestellt.

Avatar_shz von
28. Dezember 2017, 16:43 Uhr

Hamburg/Sylt | Die Chancen für die Rettung der Legende steigen: Gut eine Woche nach dem Insolvenzantrag des Hamburger Landschulheims Puan Klent auf Sylt verspricht die regierende SPD der Hansestadt Hilfe für die notleidende Stiftung. Der mächtige Fraktionschef Andreas Dressel schreibt seinen Fraktionskollegen: „Wir wollen und werden weiter alles rechtlich und politisch Mögliche tun, um an einer Zukunft für diesen Sehnsuchtsort vieler Hamburgerinnen und Hamburger zu arbeiten.“

Der Standort Puan Klent müsse erhalten bleiben, so Dressel, der eine besondere Beziehung zu dem Erholungsheim in den Rantumer Dünen hat. Sein Großvater war in den 1960er und 70er Jahren Vorsitzender der Stiftung, Dressel selbst verbrachte als Kind dort viel Zeit. Von Schuldzuweisungen hält der SPD-Fraktionsvorsitzende nichts. Er fordert die Beteiligten statt dessen auf, „alle miteinander zu gucken, wie eine Restrukturierung erfolgen kann“.

Wie berichtet, hatte die Stiftung Puan Klent, die das Jugend- und Schülerheim betreibt, Mitte Dezember wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Laut Vize-Stiftungsvorstand Jörg Simsky fehlen 350.000 Euro, um laufende Kosten zu decken. Ohne zusätzliche Finanzmittel droht das Aus.

Puan Klent dient seit 1920 als Erholungsort für Hamburger Kinder, ganze Generationen hanseatischer Schüler verbrachten ihre Klassenreisen in den Sylter Dünen. Während das Geld für den laufenden Betreib fehlt, ist die Sanierung des in Teilen maroden Heims (396 Betten, 46.000 Übernachtungen pro Jahr) gesichert. Der  Bund hat dafür 15 Millionen Euro zugesagt.

Auch Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) verspricht, sich für den Erhalt der Institution einzusetzen. Sie sehe eine Überlebenschance für das Heim. Die Hansestadt werde „alles dafür tun, für Puan Klent eine Perspektive zu finden“, sagt die Senatorin, betont aber auch die Notwendigkeit von Veränderungen. Der Herbergsbetrieb müsse auf neue Füße gestellt werden. „Puan Klent kann heute nicht mehr ehrenamtlich betrieben werden.“

Zugleich verteidigt Leonhard die Entscheidung ihrer Behörde, der Stiftung unmittelbar vor dem Insolvenzantrag kein weiteres Geld zur Verfügung zu stellen. Angesichts des bestehenden Defizits hätte die Stadt sich andernfalls womöglich wegen Insolvenzverschleppung oder Beihilfe dazu strafbar gemacht.

Derweil geht der Herbergsbetrieb weiter. Auf der Puan-Klent-Internetseite heißt es: „Trotz des Antrags auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gehen wir einvernehmlich mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter aus heutiger Sicht davon aus, dass der Betrieb Puan Klents auch im neuen Jahr 2018 wie geplant durchgeführt werden kann.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen