Wegen Sanierung : Hamburger Schauspielhaus schließt fünf Monate lang die Tore

Um den Ersten und Zweiten Rang zu sanieren, wird ein sieben Tonnen schwerer Baukran im Zuschauerraum stehen.
Um den Ersten und Zweiten Rang zu sanieren, wird ein sieben Tonnen schwerer Baukran im Zuschauerraum stehen.

„Komplizierter Eingriff“ – ab Mai werden die beiden Ränge des denkmalgeschützten Zuschauersaals entkernt.

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23. Februar 2018, 15:22 Uhr

Hamburg | Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg muss wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten von Mai an für rund fünf Monate schließen. Die beiden Ränge des denkmalgeschützten Zuschauersaals sollen vollständig entkernt und statisch ertüchtigt werden. Im Zuge dieser Maßnahmen werden auch die sanitären Anlagen sowie Teppichböden und Tapeten erneuert. „Die Sanierung ist seit langer Hand geplant“, sagte Intendantin Karin Beier am Freitag. „Es gab aber sehr viele Hürden zu nehmen, die Denkmalschutz, Brandschutz und natürlich auch Kosten betreffen.“ Die nächste Spielzeit soll statt im September am 20. Oktober starten, das Junge Schauspielhaus eine Woche früher.

Um den Ersten und Zweiten Rang zu sanieren, wird ein sieben Tonnen schwerer Baukran im Zuschauerraum stehen, 58 Tonnen Stahl werden verbaut. Es sei ein „komplizierter Eingriff“, hieß es. Die Kosten belaufen sich den Angaben zufolge auf vier Millionen Euro. „Wir nutzen die Zeit um einige Gastspiele zu machen, die wir sonst nicht machen konnten“, sagte Beier. Insgesamt acht Produktionen werden auf Tour gehen, geplant sind Gastspiele etwa in München, Wien, Amsterdam, Brünn und Moskau. Um auch nicht aus dem Hamburger Stadtbild zu verschwinden, ist das Schauspielhaus unter anderem im Juni auf Kampnagel zu Gast, das Junge Schauspielhaus in der Immanuelkirche auf der Veddel.

Die Unterbrechung sei nicht schön, sagte Beier, aber überschaubar. Die Wochen vor der Sommerpause gehörten nicht zu den besuchstärksten, dazu komme noch ab Mitte Juni die Fußball-WM. Bauherr bei der Sanierung ist die Sprinkenhof GmbH, die im Auftrag der Kulturbehörde die verschiedenen Maßnahmen realisiert. Mit rund 700.000 Euro weniger Einnahmen, die sich auf zwei Spielzeiten verteilen, rechnet das Schauspielhaus – die Netto-Belastung abzüglich der Kosten liege bei etwa 475.000 Euro und werde von der Kulturbehörde kompensiert.

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