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Schifffahrskrise : Hamburger Reederei Rickmers schreibt tiefrote Zahlen

vom

Im Mai soll sich entscheiden, wie es mit der angeschlagenen Reederei weitergeht.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2017 | 14:36 Uhr

Hamburg | Die taumelnde Hamburger Reederei Rickmers hat ihren Verlust im Geschäftsjahr 2016 mehr als verdoppelt. Das Ergebnis nach Steuern fiel auf minus 341 Millionen Euro - nach 135,5 Millionen Euro 2015, wie aus den vorläufigen, untestierten Geschäftszahlen des aktuell veröffentlichten Jahresberichts hervorgeht. Rickmers war durch die langandauernde Schifffahrtskrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bis zum 10. Mai sollen die Gläubiger der Unternehmensgruppe einem Sanierungskonzept zustimmen. 

Die Nettofinanzverschuldung lag den vorläufigen Angaben zufolge 2016 bei 1,46 Milliarden Euro (2015: 1,85 Mrd.). Die Kredit-Verbindlichkeiten entfallen nach früheren Angaben zu einem Großteil auf die HSH Nordbank und die Unicredit Bank AG. Die Eigenkapitalquote betrug nur noch 5,4 Prozent (2015: 19,3 Prozent). Der Umsatz gab 2016 um 18 Prozent auf 483 Millionen Euro nach. 

Sollten die Gläubiger dem Rettungspaket nicht zustimmen, sei die Insolvenz der Reederei die Folge, hieß es in einer Aufforderung zur Stimmabgabe. Derzeit gehen der Vorstand der Rickmers Holding AG sowie der Sanierungsgutachter davon aus, dass die finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit umgesetzt werden können, wie es im Geschäftsbericht heißt. Folglich wären die Voraussetzungen für eine Unternehmensfortführung gegeben. 

Geben die Gläubiger ein positives Votum ab, erhalten sie im Juni noch eine Zinszahlung von knapp neun Prozent. Eine eventuelle Insolvenzquote dürfte dagegen nach früheren Angaben niedriger ausfallen. Bertram Rickmers, der Alleinaktionär der Rickmers Holding AG, soll 75,1 Prozent seiner Anteile abgeben und bis zu 30 Millionen Euro aus seinem Vermögen nachschießen. Die Anteile der Rickmers Gruppe landen nach einer Kapitalerhöhung vorübergehend bei einer Luxemburgischen Gesellschaft (LuxCo), die sie später wieder verkaufen soll. 

Die Sanierung sieht Verkäufe von Unternehmensbeteiligungen und Schiffen, Laufzeitverlängerungen, Zinskürzungen, Stundungen und Tilgungsverschiebungen vor, um die Rickmers Gruppe über Wasser zu halten. 2016 war die Zahl der gemanagten Schiffe auf 114 (2015: 130) zurückgegangen. Das Unternehmen beschäftigte weltweit 2137 (2015: 2193) Mitarbeiter.

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