zur Navigation springen

Wolfgang Koszics : Hamburger Rechtsmediziner untersucht Leiche von Reemtsma-Entführer

vom

Der Tote war 2014 im Meer vor der Algarve gefunden worden. Hamburger Ermittler glauben nicht an einen Selbstmord.

Hamburg | Der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel und Beamte des Landeskriminalamts werden in Portugal die Leiche des an der Reemtsma-Entführung beteiligten Wolfgang Koszics untersuchen. Die portugieschen Behörden hätten ein entsprechendes Rechtshilfeersuchen der Hamburger Staatsanwaltschaft bewilligt, sagte die Sprecherin der Behörde, Nana Frombach, am Donnerstag. Wann und wohin genau sich die Experten auf den Weg machen, wollte Frombach nicht sagen.

Koszics war 1996 an der Entführung des Hamburger Millionen-Erben Jan Philipp Reemtsma beteiligt. Er gehörte zu der vierköpfigen Bande um Thomas Drach, die den Sozialwissenschaftler in einem Verlies in Garlstedt bei Bremen festgehalten hatte. Nach 33 Tagen ließen die Täter Reemtsma für umgerechnet rund 15,3 Millionen Euro frei. Vom Großteil des Geldes fehlt bis heute jede Spur.


Koszics' Leiche war am 10. Februar 2014 im Meer vor der portugiesischen Algarve entdeckt worden. Erst ein Jahr später war dies bekannt geworden. Die portugiesische Polizei vermutet, dass der 72-Jährige von einer Klippe gestürzt ist und geht von einem Selbstmord aus, das Landeskriminalamt Hamburg hält jedoch ein Tötungsdelikt für möglich. Die Staatsanwaltschaft führt ein Todesermittlungsverfahren. „Wir sind daran interessiert, das Verfahren abzuschließen und zu klären, ob es ein Fremdverschulden gab.“

Koszics war Ende Mai 1996 in der spanischen Stadt Murcia festgenommen worden. Bei seiner Festnahme hatte er versucht, sich das Leben zu nehmen. Am 14. Februar 1997 verurteilte ihn das Hamburger Landgericht zu einer Haftstrafe von zehneinhalb Jahren.

Die Hamburger Polizei will den mysteriösen Tod des Reemtsma-Entführers Wolfgang Koszics auch mit Hilfe der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ aufklären, die am nächsten Mittwoch ausgestrahlt wird. Koszics war zuletzt in Hamburg-Steilshoop gemeldet. Am 6. Februar 2014 soll er nach Sagres in Südportugal gereist sein. Nach portugiesischen Medienberichten landete er in Faro und fuhr mit einem Mietwagen die 115 Kilometer nach Sagres. Dort soll er sich ein kleines Appartement gemietet haben. Vier Tage später war er tot.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Apr.2015 | 15:43 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen