Wegen Umbau : Hamburger Planetarium wird bis 2017 geschlossen

Das Hamburger Planetarium im Stadtpark.
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Das Hamburger Planetarium im Stadtpark.

Das Planetarium im Stadtpark geht während der Umbauarbeiten mit einer mobilen Kuppel auf Tour.

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08. Juli 2015, 16:39 Uhr

Hamburg | Die Sterne machen Pause. Das Hamburger Planetarium im Stadtpark schließt wegen Umbaus ab 3. August für fast anderthalb Jahre seine Pforten. Dornröschenschlaf für eines der weltweit erfolgreichsten Sternentheater mit 300.000 Gästen pro Jahr. „Wir freuen uns jetzt schon, unseren Besuchern ab Anfang 2017 ein noch vielseitigeres Erlebnis bieten zu können, das zum längeren Verweilen einlädt", sagte Planetariumsdirektor Thomas Kraupe am Mittwoch bei der Vorstellung der Pläne.

Diese sehen vor, den Sockel des 1910 errichteten ehemaligen Wasserturms zu entkernen und komplett umzugestalten. Der Boden der bisherigen beengten Eingangshalle kommt raus, so dass ein zweigeschossiges Foyer entsteht. Mit der Beseitigung noch weiterer Einbauten erhält der Schumacher-Bau im Inneren Weite und Transparenz zurück. Kraupe: „Die Symmetrie und die Schönheit des Gebäudes werden wieder sichtbar.“ Das Raumvolumen vergrößert sich um das Siebenfache.

Das schafft Platz für mehr Komfort, an dem sich Besucher und Personal erfreuen werden. Vorgesehen sind im umgestalteten Sockel eine Art „fliegendes Klassenzimmer“ für Schulgruppen, Ausstellungsräume, Büros, neue Toiletten sowie ein Shop. Und: Erstmals erhält der Astroturm ein Café inklusive Terrasse.

Ein Gewinn ist die Umgestaltung insbesondere auch für Ältere und für Gehbehinderte, denn das Planetarium wird barrierefrei. Künftig erfolgt der Zutritt vom Niveau des Stadtparks aus, das lästige Treppensteigen entfällt. Kraupe: „Zusätzlich werden zwei Aufzüge zum Sternensaal und zur Aussichtsplattform führen, die dann ebenfalls erstmals barrierefrei erreichbar sein wird.“

Für die Ingenieure wird es eine heikle Operation an dem denkmalgeschützten Backsteinturm, der seit 1930 als Planetarium dient. So müssen die Innenstützen im Erdgeschoss oben gekürzt und nach unten bis auf das Fundament verlängert werden. Wegen der komplizierten technischen Abläufe war die Finanzierung lange unklar. Nach rund zweijähriger Verzögerung hat die Bürgerschaft dem Konzept mit Kosten von 7,5 Millionen Euro zugestimmt. „Das Geld zahlen wir gern“, sagte Kulturstaatsrat Horst-Michael Pelikan.

Vorangegangen war die Grundsatzentscheidung, das Sternentheater überhaupt am jetzigen Standort zu belassen. Vor rund einem Jahrzehnt hatte der damalige Senat ernsthaft erwogen, das Planetarium in Winterhude zu schließen und ein neues als Teil eines Science Centers in der Hafencity zu errichten. Nach heftigen Protesten im Bezirk Nord schwenkte die Stadt um und sagte die Ertüchtigung des Turms zu. Harald Rösler (SPD), Bezirksamtsleiter Nord, atmete gestern noch mal auf: „Das Planetarium ist eine Landmarke weit über den Bezirk hinaus.“ 

Der Sternensaal ist von der Sanierung nur indirekt betroffen. Wegen der hohen Belastung durch Staub und Erschütterungen ist er während der gesamten Bauzeit nicht benutzbar. In der 17-monatigen Umbauphase geht das Planetarium mit einer mobilen Kuppel des Helmholtz-Zentrums Geesthacht auf Tour. Zudem wird es in Museen und an anderen Orten weitere Veranstaltungen geben.

Vor der Schließung wird noch kräftig gefeiert. Vom 26. Juli bis zum 2. August geben sich bei den „Last Nights of the Stars“ Künstler wie Michy Reinke (28. Juli) die Ehre.

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