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Universität Hamburg : Hamburger Nano-Forscher wollen Blinde wieder sehend machen

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Eine neue Laboranlage für 61 Millionen Euro ist weltweit einzigartig und ermöglicht die Arbeit mit kleinsten Teilchen.

shz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 16:46 Uhr

Hamburg | Ihr Ziel sind große wissenschaftliche Fortschritte in einer Welt des Allerkleinsten: Die Nano-Forscher der Universität Hamburg sind auf dem Sprung in die Weltklasse. Sprungbrett soll das neue interdisziplinäre Center for Hybrid Nanostructures (CHyN) sein, das am Mittwoch auf dem Forschungscampus Bahrenfeld feierlich eröffnet worden ist.

Im CHyN arbeiten Physiker, Chemiker, Biologen und Mediziner Seite an Seite an Strukturen auf der Nanometerskala. Diese winzigen Teile haben eine Größe von nur wenigen Atomen bis zu 100 Nanometern; ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter.

„Das neue Gebäude und das Forschungsprogramm sind weltweit einzigartig und können unter anderem dabei helfen, hochmoderne Behandlungsmethoden zu entwickeln“, sagte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne).

Eine Schar internationaler Wissenschaftler will auf der Nano-Ebene die Eigenschaften von Festkörpern und von Bio-Materialien analysieren, diese einander anpassen, um daraus schließlich neue Materialeigenschaften (hybride Nanostrukturen) für chemische, biologische und medizinische Nutzungen zu entwickeln.

Prof. Dr. Robert H. Blick, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Nanostruktur- und Festkörperphysik: „Zum Beispiel könnten in Zukunft kleinste bioelektronische Implantate zerstörte Sinneszellen ersetzen und Menschen Sehen, Hören oder das Bewegen von Armen oder Beinen wieder ermöglichen.“

Dazu ist in Bahrenfeld für 61 Millionen Euro ein besondererer Wissenschaftsbau entstanden. Uni-Präsident Dieter Lenzen: „Es ist ein großer Vorzug, dass sich nicht die Wissenschaft einem schon vorhandenen Gebäude anpassen muss, sondern ein Gebäude passgenau für die Wissenschaft errichtet wurde.“

Das CHyN verfügt über rund 60 Labore. Herzstück ist ein schwingungsarmer Reinraum mit „Käselochboden“ zum Präparieren hybrider Nanostrukturen. Einige Räume sind elektromagnetisch besonders abgeschirmt sowie schwingungsisoliert, um die Forschung an Quanten- und Bio-Material möglich zu machen. Eine Heliumverflüssigungsanlage und zehn weitere Großgeräte dienen höchst aufgelösten Messungen bei tiefsten Temperaturen.

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