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„Balkan nicht sicher für Roma“ : Hamburger Michel: Roma setzen Protest gegen Abschiebung fort

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Mehrere Roma-Familien fordern ein Bleiberecht in Deutschland. In Hamburg haben sie Unterstützer.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2015 | 15:06 Uhr

Hamburg | Eine Gruppe von 40 Roma hat am Freitag ihren Protest gegen eine drohende Abschiebung im Hamburger Michel fortgesetzt. „Wir werden hier nicht aufgeben“, sagte ein Sprecher der Gruppe. „Alle Roma bleiben hier! - Stoppt die Abschiebungen“, hieß es auf einem Transparent vor dem Hamburger Wahrzeichen.

Roma aus Serbien, Bosnien und Mazedonien haben kaum Chancen auf Asyl in Deutschland - die Staaten gelten als sichere Herkunftsländer. Asylbewerber müssen deshalb mit schneller Abschiebung rechnen. Die Roma in Hamburg wehren sich dagegen.

Die Männer, Frauen und Kinder waren am Donnerstagnachmittag mit Unterstützern zu einem Protest in die Kirche gekommen, um ein Bleiberecht für ihre Familien in Deutschland zu fordern. Nach stundenlangen Gesprächen mit Hauptpastor Alexander Röder durften sie die Nacht im Gemeindehaus verbringen, wie Polizei und Gemeinde bestätigten. Über das weitere Vorgehen sollte der Kirchengemeinderat auf einer Sitzung am Nachmittag beraten, wie die Gemeinde mitteilte. Eine Entscheidung wurde nicht vor dem Abend erwartet.

Die Roma in Hamburg werden von Gruppen aus dem linken Spektrum unterstützt. „Der Balkan mag sicher sein, aber nicht sicher für Roma“, sagte der Sprecher der Gruppe. Er präsentierte Presseberichte aus Serbien über angebliche Morde an Angehörigen der Minderheit.

Inwieweit die Gruppe tatsächlich unmittelbar von Abschiebung bedroht ist, blieb unklar. Der nach eigenen Angaben aus Mazedonien stammende Sprecher der Gruppe sagte, er habe noch keinen Bescheid bekommen. Auch eine Frau äußerte sich so, während ein Mann einen Abschiebebescheid der Stadt Kiel zeigte.

Am Freitag hielt sich die Gruppe in einer Seitenkapelle auf, die über einen eigenen Ausgang verfügt, vom Kirchenschiff aber durch eine Glastür abgetrennt ist. Die Mittagsandacht fand wie gewohnt in der Kirche statt.

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