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Vorschau auf die Ausstellungen 2016 : Hamburger Kunsthalle feiert Wiedereröffnung mit Édouard Manet

vom

Im April ist der Umbau der Kunsthalle Hamburg abgeschlossen. Welche Ausstellungen sind für 2016 geplant? Eine Übersicht.

Hamburg | Am Donnerstag stellten die Veranstalter die Ausstellungen für 2016 vor. shz.de fasst sie in einer Übersicht zusammen.

1. 11. Februar bis 16. Mai 2016: „Eckersberg - Faszination Wirklichkeit“

Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783–1853) 
Die Familie Nathanson, 1818 
Öl auf Leinwand, 126 x 172,5 cm 
Kopenhagen, Statens Museum for Kunst 
Foto: SMK - The National Gallery of Denmark
Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783–1853) Die Familie Nathanson, 1818 Öl auf Leinwand, 126 x 172,5 cm Kopenhagen, Statens Museum for Kunst Foto: SMK - The National Gallery of Denmark

Die Ausstellung mit dem Zusatztitel „Das Goldene Zeitalter der dänischen Malerei“ würdigt den bedeutendsten dänischen Maler der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am 9. Mai 1814 kaufte sich Eckersberg einen tragbaren Malkasten und einen Klappstuhl, um in der Ewigen Stadt und der römischen Campagna zu malen. Er begründete damit in Rom die dänische Tradition der Freilichtmalerei.

Durch seine progressive Verknüpfung von Tradition und Innovation, sowie von Klassizität und Wirklichkeitsnähe wurde Eckersberg nicht nur der bedeutendste dänische Maler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern zugleich eine prägende Figur in der europäischen Kunstentwicklung jener Zeit. Eckersbergs Bildwelten verbinden scheinbare Zufälligkeit und kalkulierte Konstruktion, Nüchternheit und Zauber. Gleichsam wie bildgewordene Augenblicke oder eingefrorene Momentaufnahmen anmutend, vermögen seine Werke auch den heutigen Betrachter zu fesseln und fordern dessen Sehgewohnheiten heraus. In ihrer Unmittelbarkeit und kompositorischen Radikalität muten Eckersbergs Werke vielfach wie eine Vorwegnahme des fotografischen Blicks an.

 

2. 30. April bis Mitte 2017: Ausstellungsreihe „Neuland“

Arthur Illies (1870–1952): Regenbogen über dem Alstertal, 1899, Öl auf Leinwand, 80 x 80 cm, Hamburger Kunsthalle, Copyright Arthur und Georgie Illies Familien-Stiftung; Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Elke Walford

Arthur Illies (1870–1952): Regenbogen über dem Alstertal, 1899, Öl auf Leinwand, 80 x 80 cm, Hamburger Kunsthalle, Copyright Arthur und Georgie Illies Familien-Stiftung; Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Elke Walford

Geta Brătescu (*1926): Magneți în oraș [Magnete in der Stadt], 1974, Fotomontage, 51,5 x 72,5 cm, Collection of MNAC – National Museum of, Contemporary Art, Bucharest, Courtesy of the artist and Ivan Gallery, Bucharest, Foto: Ștefan Sava

Geta Brătescu (*1926): Magneți în oraș [Magnete in der Stadt], 1974, Fotomontage, 51,5 x 72,5 cm, Collection of MNAC – National Museum of, Contemporary Art, Bucharest, Courtesy of the artist and Ivan Gallery, Bucharest, Foto: Ștefan Sava

Anlässlich der Wiedereröffnung der Hamburger Kunsthalle beginnt im Erdgeschoss der Galerie der Gegenwart unter dem Titel Neuland ein neues Ausstellungsformat. Im jährlich wechselnden Rhythmus konzipieren internationale Künstlerinnen und Künstler im Auftrag der Hamburger Kunsthalle eigens für den Raum neue Werke. Ausgangspunkt sind zunächst Werke von Künstlern, die sich vor allem mit dem Thema globaler Veränderungen auseinandersetzen. Als Folge von Migration und postkolonialen Prozessen entstehen heute politische und kulturelle Verschiebungen, die in der zeitgenössischen Kunst zu Fragen nach Identität und neuer Verortung, nach Verlust und Zugehörigkeit führen.

Die Ausstellungsreihe umfasst:

 

3. 27. Mai bis 4. September 2016: „Manet – Sehen. Der Blick der Moderne“

Édouard Manet (1832–1883): Le déjeuner / Das Frühstück, 1868, Öl auf Leinwand, 118,3 x 154 cm, München, Neue Pinakothek, Copyright bpk/Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Édouard Manet (1832–1883): Le déjeuner / Das Frühstück, 1868, Öl auf Leinwand, 118,3 x 154 cm, München, Neue Pinakothek, Copyright bpk/Bayerische Staatsgemäldesammlungen


Der Höhepunkt des Ausstellungsjahres 2016 in der Hamburger Kunsthalle ist die Ausstellung des französischen Malers Édouard Manet. Es ist die erste Schau nach dem Umbau der Kunsthalle. Mit Manet präsentiert sie einen der bedeutendsten Wegbereiter der modernen Malerei, der die Kunst im 19. Jahrhundert wie kein Zweiter revolutioniert hat. Das Thema der Ausstellung, Manets Blicke, zeigt das Werk des Künstlers in einer neuen Perspektive. Seine Gemälde, die schon im 19. Jahrhundert in den Pariser Salon-Ausstellungen Publikumsmagneten waren, lösten wahre Proteststürme aus. Das lag vor allem an seiner malerischen Strategie, mit bisher unbekannter Direktheit ein spannungsvolles Verhältnis zwischen den Personen im Bild und den Betrachtern herzustellen. Diese bisweilen direkte Ansprache des Betrachters fasziniert bis heute. Mit Manets Spitzenwerken aus internationalen Museen bietet die Ausstellung die einmalige Gelegenheit, den ganzen Manet vom Frühwerk bis zum Spätwerk zu sehen – eine Chance, die es in Deutschland seit Jahrzehnten nicht gegeben hat.

 

4. Acht Aufführungs-Termine ab dem 24. Juni 2016 im neuen Art Lab im Hubertus-Wald-Forum: „AUSSEN/INNEN“ mit dem Radialsystem V

Copyright: Foto/Animation: Radialsystem
Radialsystem V ist ein Berliner Künstler-Kollektiv.

Nach Abschluss der Modernisierung der Hamburger Kunsthalle soll das Hubertus-Wald-Forum nicht nur für die Präsentation von großen Ausstellungen genutzt werden. Während ein bis maximal zwei Monaten im Jahr wird der Raum – der bis ins Jahr 2000 Außenspielstätte des Thalia Theaters war – künftig auch zu einem Ort des „künstlerischen Forschens“. Unter dem Titel Art Lab sollen hier über Spartengrenzen hinweg neue künstlerische Erkenntnis- und Erlebnisräume in Kooperation mit innovativen Partnerinstitutionen erschlossen werden.

Die Hamburger Kunsthalle hat sich das Radialsystem V als ersten Partner für diesen Erkundungsprozess ausgesucht. Das inzwischen weltweit bekannte Berliner Kreativ-Kollektiv und sein Leiter Folkert Uhde sind auf spartenübergreifende Projekte spezialisiert. Das erste Projekt im neuen Art Lab trägt den Titel AUSSEN/INNEN. Das akustisch-visuelle Spiel zwischen Videokunst, Performance und klassischer Musik stellt die Frage nach den Rezeptionsbedingungen von Kunst im „Zeitalter der Flüchtigkeit“. AUSSEN/INNEN beschäftigt sich zudem explizit mit den Folgen der architektonischen Veränderungen der Hamburger Kunsthalle, mit ihrer durch die Setzung des künftigen Zentraleingangs veränderten Verortung in der Stadt sowie mit dem zugleich angestoßenen inhaltlichen Erneuerungsprozess.

Premiere: 24. Juni 2016, 20 Uhr.

 

5. 2. September bis 4. Dezember 2016: Spurenlese. Zeichnungen und Aquarelle aus drei Jahrhunderten

Philipp Otto Runge (1777–1810): Triumph des Amor, 1800, Feder und Pinsel in Grau, 265 x 395 mm, Privatbesitz
Philipp Otto Runge (1777–1810): Triumph des Amor, 1800, Feder und Pinsel in Grau, 265 x 395 mm, Privatbesitz
 

Ab Herbst 2016 präsentiert die Hamburger Kunsthalle etwa 120 Zeichnungen deutscher Künstler vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert aus einer bisher niemals ausgestellten Privatsammlung. Die Sammlungsschwerpunkte spiegeln sich in der Ausstellung wider: Neben Prag wurde Augsburg und vor allem München bereits vor 1600 zu einem der wichtigsten Kunstzentren. In der Stadt waren Künstler wie der aus den Niederlanden stammende Peter Candid oder Friedrich Sustris tätig – beide sind mit gewichtigen Werken in der Ausstellung vertreten. Die internationale Hofkunst in Prag unter Kaiser Rudolf II. repräsentiert ein Werk von Matthias Gundelach, der nach dem Tod Rudolfs nach Augsburg übersiedelte, wo Künstler wie Hans Rottenhammer, Lucas Kilian oder Joseph Werner eine außergewöhnliche Produktivität entwickelten. Johann Georg Bergmüller und Johann Wolfgang Baumgartner stehen für diese Entwicklung im 18. Jahrhundert.

 

6.  16. September 2016 bis 8. Januar 2017: Clemens von Wedemeyer

Clemens von Wedemeyer (*1974): Otjesd, 2005, 16mm film transferred to digital file, color, stereo, 15 min, loop 2005, Copyrigth Clemens von Wedemeyer 2005, Courtesy Galerie Jocelyn Wolff, Paris, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Clemens von Wedemeyer (*1974): Otjesd, 2005, 16mm film transferred to digital file, color, stereo, 15 min, loop 2005, Copyrigth Clemens von Wedemeyer 2005, Courtesy Galerie Jocelyn Wolff, Paris, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

 

Die Hamburger Kunsthalle widmet dem Filmemacher und Videokünstler Clemens von Wedemeyer ab Herbst 2016 die erste Einzelausstellung in einem deutschen Museum. In enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstler und seinen Galerien wird ein umfassender Überblick des Gesamtwerks präsentiert. Clemens von Wedemeyer beschäftigt sich in seinen Filmen mit den Wahrnehmungen des Betrachters und vor allem mit dem Kino als Denk-, Projektionsund Produktionsraum und mit der Leinwand als Schnittstelle. Seine experimentellen Arbeiten bewegen sich zwischen Dokumentation und Spielfilm, zwischen Realität und Fiktion. Dabei bezieht sich von Wedemeyer dramaturgisch und filmtheoretisch vielfach auf Klassiker der Filmgeschichte wie Sergej Eisenstein, Andrej Tarkowskij, Pier Paolo Pasolini, Michelangelo Antonioni oder Guy Debord.

 

7. 18. September 2016 bis 1. Januar 2017: „Mit dem inneren Auge sehen“ - Meisterwerke aus der Sammlung Hegewisch

Albrecht Dürer (1471–1528), Melencolia I  (Die Melancholie), 1514, Kupferstich, 24,4 x 19,2 cm, Sammlung Hegewisch in der Hamburger Kunsthalle, © Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Christoph Irrgang
Albrecht Dürer (1471–1528), Melencolia I  (Die Melancholie), 1514, Kupferstich, 24,4 x 19,2 cm, Sammlung Hegewisch in der Hamburger Kunsthalle, © Hamburger Kunsthalle/bpk, Foto: Christoph Irrgang
 

Klaus Hegewisch (1919-2014), dem verstorbenen Hamburger Sammler, und dessen vorzüglicher Auswahl von Zeichnungen und Druckgraphiken soll im Jahr 2016 eine Gedenkausstellung gewidmet werden. Unter dem Titel „Mit dem inneren Auge sehen“ versammelt die Schau im Harzen-Kabinett, dem neuen Saal zur Präsentation von Zeichnungen und Graphik, Höhepunkte seiner Sammlertätigkeit. Referenzpunkt bildet dabei, wie im Ausstellungstitel angedeutet, das Thema der inneren Versenkung, das subtil in Selbstporträts von Rembrandt bis Beckmann verhandelt wird oder expliziter in Meisterblättern wie etwa in Dürers Melencolia (1514) zum Ausdruck kommt. Eine eigene Sektion bildet das wiederholt von Picasso aufgegriffene Motiv des blinden Minotaurus. Blindheit, damit einhergehende Introspektion und die notwendige Erschaffung phantastischer Welten führt damit leitmotivisch durch die Ausstellung und hebt gleichzeitig eine Eigenart dieser exzeptionellen Sammlung hervor.

 

8. 7. Oktober 2016 bis 22. Januar 2017: „Dalí, Ernst, Miró, Magritte…“ - Surreale Begegnungen aus den Sammlungen Edward James, Roland Penrose, Gabrielle Keiller, Ulla und Heiner Pietzsch

Salvador Dalí (1904–1989), Mae-West-Lippensofa, 1938, Holz, Wolle, 92 x 215 x 66 cm, Provenienz: Sammlung Edward James, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, © Salvador Dali, Fundacio Gala-Salvador Dali/VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Salvador Dalí (1904–1989), Mae-West-Lippensofa, 1938, Holz, Wolle, 92 x 215 x 66 cm, Provenienz: Sammlung Edward James, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, © Salvador Dali, Fundacio Gala-Salvador Dali/VG Bild-Kunst, Bonn 2015
 
René Magritte (1898–1967), La reproduction interdite (Reproduktion verboten), 1937, Öl auf Leinwand, 81,5 x 65,5 x 2 cm, Provenienz: Sammlung Edward James, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

René Magritte (1898–1967), La reproduction interdite (Reproduktion verboten), 1937, Öl auf Leinwand, 81,5 x 65,5 x 2 cm, Provenienz: Sammlung Edward James, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

 

Mit der groß angelegten Schau Dalí, Ernst, Miró, Magritte ... präsentiert die Hamburger Kunsthalle über 150 teils nie gereiste Meisterwerke des Surrealismus aus vier der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden weltbekannte Ikonen wie das Mae-West Lippensofa (1938) und ein vier Meter großer Paravant des jungen Salvador Dalí, geheimnisvolle Bildrätsel von René Magritte wie „Reproduktion verboten“ (1937), poetische Formfindungen von Joan Miró und zukunftsweisende bildnerische Experimente von Max Ernst. Berühmte Werke stehen neben neu zu entdeckenden Arbeiten, so der in Deutschland wenig bekannten Surrealistinnen Leonora Carrington, Dorothea Tanning und Leonor Fini. Mit Spitzenwerken aller künstlerischen Medien verführt die Ausstellung den Betrachter, wie die Surrealisten es in den 1920er Jahren suchten, in die Traumwelten des Unbewussten. Sie wirken bis heute so schockierend wie überraschend, so humorvoll wie faszinierend.

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Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall, 20095 Hamburg

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr, vor Feiertagen 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen
Sonderöffnungszeiten: Montag, 28.12., 10-18 Uhr; Donnerstag, 31.12., 10-15 Uhr; Freitag, 01.01.2016, 12-18 Uhr; Montag, 04.01.2016, 10-18 Uhr

Kassenöffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17.30 Uhr, Donnerstag bis 20.30 Uhr

Eintritt: Alle Ausstellungen und Sammlung: Regulär 12 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Telefon: +49 (0) 40 428 131 200

www.hamburger-kunsthalle.de

 

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erstellt am 20.Nov.2015 | 12:31 Uhr

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