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Acht Monate auf Bewährung : Hamburger klaute Blindenhündin „Julie“

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Dieser Fall hat Ende Januar für großes Aufsehen gesorgt: Ein damals 58-Jähriger hatte einem Hamburger seine Blindenhündin geklaut. Am Donnerstag dann das Urteil für den dreisten Dieb: acht Monate auf Bewährung.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2014 | 14:22 Uhr

Hamburg-St. Georg | Wie kann man nur so dreist und herzlos sein? Das haben sich wohl viele gefragt, als diese Nachricht Ende Januar die Runde machte: Einem 51-jährigen Hamburger wurde am helllichten Tag seine Blindenhündin stohlen – während er mit ihr spazieren ging. Der Mann bemerkte, dass plötzlich die Spannung an der Leine nachließ und die Schäferhündin sich nicht mehr an der Leine befand. Auch das Halsband war nicht mehr an der Leine eingehakt – das rund 15.000 Euro teure Tier hatte sich also definitiv nicht selbst befreit. Der Blinde blieb nach der Tat hilflos auf dem Gehweg zurück. Ein Mitarbeiter eines Streudienstes kam ihm zur Hilfe, verständigte die Polizei und brachte den 51-Jährigen wieder nach Hause.

Die Polizei fahndete anschließend mit einem Foto nach der dreijährigen Hündin namens „Julie“. Zwei Tage später tauchte sie wieder auf. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung waren eingegangen, die zu einem damals 58-Jährigen aus Hamburg-Billstedt führten. Bei einer Überprüfung der Wohnung des Mannes trafen die Beamten Julie gesund und munter an. Die Schäferhündin konnte zu ihrem Herrchen zurückgebracht werden.

Gegen diesen gab es daraufhin jedoch anonyme Beschuldigungen im Internet. Auch am Abend vor der Tat sei der Halter in einem Supermarkt angepöbelt worden – Julie sei zu mager und man müsse sie ihm wegnehmen. Nichts als üble Nachrede, wie die MOPO berichtete. Susanne David, Tierschutzbeauftragte des HTV, habe festgestellt: „Julie befindet sich in einem guten Ernährungs – und Pflegezustand. Sie hat eine sehr enge Bindung zu Herrn M., ist sehr folgsam und ausgeglichen. Herr M. ist sehr liebevoll im Umgang mit der Hündin und sie ist für ihn nicht nur Führhund, sondern auch ein wichtiger Sozialpartner.“

Am Donnerstag fiel im Amtsgericht St. Georg dann das Urteil: acht Monate auf Bewährung, wegen Diebstahls. Der heute 59-Jährige aus Hamburg-Billstedt erklärte jedoch nach der Verkündung, dass er in Berufung gehen wolle.

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