Mobile Blitzer : Hamburger Innenbehörde schafft sechs neue Anhänger-Blitzer an

Ein Tempomessgerät steht während einer Pressevorführung an der Reeperbahn.

Ein Tempomessgerät steht während einer Pressevorführung an der Reeperbahn.

An stationären Blitzern wird häufig nur kurz gebremst. Sechs mobile Geräte sollen Temposündern das Leben schwer machen.

shz.de von
31. August 2018, 07:28 Uhr

Hamburg | Raser müssen sich auf Hamburgs Straßen künftig auf sechs neue mobile Blitzer einstellen. Nach der erfolgreichen Testphase habe sich die Innenbehörde zum Kauf eines halben Dutzends der wie Pkw-Anhänger aussehenden Geräte zur Geschwindigkeitsmessung entschieden, sagte ein Sprecher. Die ersten Blitzer kämen noch in diesem Jahr zum Einsatz. Bis Mitte nächsten Jahres sollen dann alle sechs Geräte an wechselnden Orten in der Stadt Temposünder feststellen, die dann mit Verwarn- und Bußgeldern rechnen müssen.

Die Innenbehörde erhofft sich von den mobilen Blitzern eine Verbesserung der Verkehrssicherheit auch durch einen psychologischen Effekt. Da viele Autofahrer die Standorte der fest installierten „Starenkästen“ kennen würden, wirke sich die Tempominderung dort meist nur auf einen Streckenabschnitt von 200 bis 500 Meter aus. Durch den Einsatz der mobilen Geräte an ständig wechselnden Orten soll laut Senat nun ein „Flächendruck“ aufgebaut werden.

Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu den 32 bisher eingesetzten mobilen Messgeräten, mit denen Hamburger Polizisten den Verkehr an besonderen Gefahrenpunkten überwachen, kommen die am Straßenrand abgestellten Anhänger-Blitzer ohne großen Personaleinsatz aus.

Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der bedeutendsten Unfallursachen in der Stadt. „Jeder Unfall durch überhöhte Geschwindigkeit ist einer zu viel. Überwachung im Straßenverkehr muss daher stetig weiterentwickelt werden“, meinte kürzlich auch Innensenator Andy Grote (SPD).

Bereits erste Erfolge messbar

Laut einer internen Auswertung, die der dpa vorliegt, gingen die Unfälle, bei denen überhöhte Geschwindigkeit als Ursache im Spiel war, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 17 Prozent auf 1849 zurück. Auch bei der Unfallursache Rotlicht-Verstoß gab es einen Rückgang in gleicher Größenordnung auf 288 Fälle.

Insgesamt gab es demnach im ersten Halbjahr in Hamburg wie schon im gesamten Vorjahr einen leichten Rückgang bei der Zahl der Unfälle. So wurden mit 33 273 Verkehrsunfällen 569 weniger gezählt als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres. Das entspricht einem Minus von 1,7 Prozent. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten sank um 2,2 Prozent auf 3650. 14 Menschen kamen ums Leben (2017: 15), 408 wurden schwer (2017: 414) und 4249 leicht verletzt (2017: 4306).

Ende Mai hatte die Polizei zwei mobile Blitzer unterschiedlicher Hersteller vier Wochen lang getestet. In 1800 Einsatzstunden lösten sie mehr als 28.000 Mal aus. Für die neuen Geräte laufe derzeit noch das Ausschreibungsverfahren, sagte der Behördensprecher. Deshalb könnten auch noch keine Angaben zum Anschaffungspreis gemacht werden.

Neben den sechs mobilen werden auch sechs weitere stationäre Blitzer angeschafft. Sie sollen noch in diesem Jahr aufgestellt werden. Damit wird es dann an Hamburgs Straßen 34 fest installierte Geschwindigkeitskontrollen geben.

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