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Hamburg Media School : Hamburger hofft auf Studenten-Oscar

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Der 30-jährige Ilker Çatak ist mit seinem Kurzfilm „Wo wir sind“ einer von zehn Finalisten. Auch ein Münchner ist im Wettbewerb vertreten.

Hamburg/Los Angeles | Der Hamburger Filmstudent Ilker Çatak darf sich Hoffnungen auf einen Studenten-Oscar machen. Wie die Oscar-Akademie in Beverly Hills am Sonntag mitteilte, ist er mit seinem Kurzfilm „Wo wir sind“  im Finale vertreten. Das Besondere dabei ist, dass  Çatak mit seinem Übungsfilm aus dem zweiten Semester an der Hamburg Media School in den Wettbewerb geht. „Das gab es zumindest bei uns an der Schule noch nie“, sagt der 30-jährige Regie-Student. Denn normalerweise sind es Abschlussfilme, die in Hollywood eine Chance erhalten.

Mit den Studenten-Auszeichnungen ehrt die Oscar-Akademie seit 1972 junge Talente von Filmhochschulen auf der ganzern Welt. Gewinner der Nachwuchspreise mischen später häufig auch bei der großen Oscar-Verleihung mit. So gewann zum Beispiel 1975 Robert Zemeckis den Studenten-Oscar, der in seiner anschließenden Karriere die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie drehte und für „Forrest Gump“ den Oscar als Regisseur gewann.

Çataks Kurzfilm „Wo wir sind“ dreht sich um eine junge, heroinsüchtige Mutter, die das Sorgerecht für ihre Tochter verloren hat. Sie unternimmt einen verzweifelten Versuch, mit der neunjährigen Paula allen Ärger hinter sich zu lassen. Dabei geht es Çatak nicht in erster Linie um den ernsten Inhalt. „Es ist eine Liebesgeschichte“, sagt Çatak. „Ich will die Liebe zwischen der Mutter und ihrem Kind in den Mittelpunkt rücken.“ Gedreht wurde in Hamburg, auf schleswig-holsteinischen Landstraßen und am Hafen von Travemünde.

Dass der Film gelungen ist, merkte Çatak bereits im Januar, als er den Kurzfilmpreis des 35. Max-Ophüls-Filmfestivals gewann – eine der wichtigsten Auszeichnungen für Kurzfilme in Deutschland.

Çatak wurde 1984 in Berlin geboren. Mit zwölf zog er nach Istanbul, wo er an der Botschaftsschule sein Abitur absolvierte. Anschließend kehrte er nach Deutschland zurück. Vier Jahre lang machte er Praktika für deutsche und internationale Kinoproduktionen. Seit 2005 schreibt und realisiert er Kurzfilme, die auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt wurden. Nach einem Bachelor-Studium in Film- und Fernsehregie in Berlin, wechselte er an die Hamburg Media School, um hier nun seinen Master zu absolvieren.

Filmemachen sei für ihn eine Herzensangelegenheit, sagt Çatak, der er sich wie in einem „Spiel“ möglichst locker widme. „Denn wenn man den extremen Druck, der im Filmgeschäft aufgrund der großen Geldsummen, die Filmprojekte kosten, herrscht, zu sehr an sich herankommen ließe, hätte man den Kopf nicht frei, um kreativ zu sein.“ Außerdem mache sich Çatak von Erwartungen frei. Er hat Absagen erlebt und auf den vielen Filmfestival,  an denen er teilnahm, gab es auch mal Misserfolg. „Wenn man dann doch Erfolg hat, helfen einem diese Erfahrungen, auf dem Boden zu bleiben“, sagt Çatak.

Neben Çatak darf sich noch ein zweiter Deutscher Hoffnungen auf die Auszeichnugn machen. Auch Lennart Ruffvon der Hochschule für Fernsehen und Film München ist mit seinem Film „Nocebo“ – ein Thriller um eine fehlgeschlagene Medikamentenstudie, bei der ein Patient stirbt – unter den zehn Finalisten. Die deutschen Nachwuchsregisseure treten unter anderem gegen Kollegen aus Südkorea, Israel, Großbritannien und Frankreich an. Am 13. Mai werden die fünf Regisseure bekannt gegeben, die zur Preisverleihung nach Beverly Hills eingeladen werden. Dann werden dort die Studenten-Preise in Gold, Silber und Bronze am 7. Juni zum 41. Mal verliehen.

Deutsche Studenten schnitten in der jüngsten Vergangenheit stets gut in Los Angeles ab: 2011 gewann der Hamburger Max Zähle mit seinem Kurzspielfilm „Raju“ die Bronze-Statue.  Im Folgejahr wurde der Regisseur aus der Hansestadt auch für den Kurzfilm-Preis bei der großen Oscar-Verleihung nominiert, ging aber leer aus. 2012 waren wie in diesem Jahr  gleich zwei Nachwuchstalente ins Rennen. Beide waren erfolgreich: Die Trophäe in Silber erhielt Thomas Stuber von der Filmakademie Baden-Württemberg, Bronze ging an Elmar Imanov von der Internationalen Filmschule Köln.

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erstellt am 04.Mai.2014 | 19:25 Uhr

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