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Container nahe der Elbbrücken : Hamburger Hafencity: Flüchtlinge sind willkommen

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Aus der Onlineredaktion

720 Menschen ziehen im Sommer in Container nahe der Elbbrücken. Die Anwohner äußerten sich positiv.

Hamburg | Im Sommer werden 720 Flüchtlinge  in die östliche Hafencity nahe der Elbbrücken ziehen. Und sie werden  willkommen sein bei den Bewohnern. Diesen Eindruck durfte man jedenfalls bei der ersten Info-Veranstaltung am Mittwochabend in der Hafencity-Universität haben.

Das Interesse war groß, etwa 350 Anwohner waren gekommen. Aber anders als man nach den Protesten in anderen Hamburger Stadtteilen erwarten durfte, wurden keine kritischen Stimmen gegen die Unterkunft laut. Im Gegenteil: Bewohner äußerten ihre Sorge darüber, ob die Flüchtlinge an dem gewählten Standort gut und sicher untergebracht sind. Viele signalisierten den Wunsch, sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge zu engagieren. Und: Die Flüchtlingsunterbringung wurde nicht etwa über die Köpfe der Bewohner angeordnet, sondern von ihnen selbst angeregt.

Der Verein „Netzwerk Hafencity “ hatte den Senat aufgefordert, auch in der Hafencity Flüchtlinge unterzubringen. Man wolle seinen Beitrag für Flüchtlinge leisten und zugleich Vorurteilen gegenüber der Hafencity als privilegiertem Stadtteil entgegen treten. „Wir wollen die Flüchtlinge als neue Bewohner im Stadtteil willkommen heißen“, bekräftigte Tanja Heine, neue Vorsitzende des Netzwerk Hafencity, die Bereitschaft im Stadtteil, die Flüchtlinge zu integrieren und dafür vielfältige Aktivitäten zu entfalten.

Auf dem Gelände an der Kirchenpauerstraße haben unterdessen  die vorbereitenden Baumaßnahmen für die Aufhöhung des Geländes  begonnen, im April sollen die ersten Container aufgestellt werden. Der Standort kann für  dreieinhalb Jahre für die Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stehen. Danach, ab Januar 2020, werden dort Wohnungen im üblichen Drittelmix gebaut.

Zuvor hatte der Dachverband von Bürgerinitiativen gegen Großunterkünfte für Flüchtlinge in Hamburg Protest angemeldet - das zeigt nun offenbar Wirkung. Nachdem der Dachverband  angekündigt hat, die vom Senat geplanten Großunterkünfte per Volksabstimmung zu Fall bringen zu wollen, lenkt die Politik ein: Nicht nur, dass die CDU den rot-grünen Senat aufforderte, auf „integrationsfeindliche Massenunterkünfte ohne Bürgerbeteiligung zu verzichten“. Am Donnerstag signalisierte auch die SPD Dialogbereitschaft: „Unsere Hand ist ausgestreckt. Und wenn es gelingt, Lösungen zu finden, dass nachher ein Volksentscheid obsolet wird, dann wäre das gut für diese Stadt“, sagte Fraktionschef Andreas Dressel.

Dachverbandssprecher Klaus Schomacker bezeichnete es als einen wichtigen Schritt, wenn der Senat wie angekündigt tatsächlich zusätzliche Beratungsstellen, Kita-Plätze und Bildungsangebote schaffe. Gleichzeitig ließ er keinen Zweifel daran, dass sein Dachverband über eine Volksinitiative den Weg zu einem Volksentscheid auf jeden Fall beginnen werde. Hart ins Gericht ging Schomacker mit den Linken. Diese hatten ihre Unterstützung wieder zurückgezogen, weil sie flüchtlingsfeindliche Kampagnen fürchten.

 

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erstellt am 18.Feb.2016 | 21:19 Uhr

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