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Seegüterumschlag 2014 : Hamburger Hafen steuert auf Rekordjahr zu

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Trotz Ukraine-Krise und rückläufigem Warenverkehr mit Russland sind die Umschlagzahlen des Hamburger Hafens im dritten Quartal gestiegen.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2014 | 12:05 Uhr

Hamburg | 2014 könnte ein neues Rekordjahr für den Hamburger Hafen werden: Am Ende des Jahres könnte die Rekordmarke von 144 Millionen Tonnen beim Gesamtumschlag stehen. Für das Gesamtjahr 2014 prognostiziert HHM-Vorstand Axel Mattern: „Wir können 2014 im Seegüterumschlag ein Plus von 3,6 Prozent und im Containerumschlag zwischen 3,8 und 5,1 Prozent erreichen, wenn alles gut läuft.“ Die positiven Aussichten decken sich mit dem aktuellen ifo Geschäftsklimaindex. Im November stieg der Index zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder an - von 103,2 im Oktober auf 104,7 Punkte. Der Index basiert auf Meldungen von 7000 Unternehmen, die ihre Geschäftslage und ihre Entwicklung beurteilen.

Voraussetzung für ein gutes Jahr seien ein weiteres Wachstum im Containerverkehr mit China und keine weiteren Einschränkungen im russischen Außenhandel durch Sanktionen. Damit wäre die letztmals 2008 erreichte Rekordmarke von 140 Millionen Tonnen im Seegüterumschlag übertroffen. Danach gab es wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise einen Einbruch auf sieben Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer), von dem sich der Hamburger Hafen nur nach und nach erholen konnte.

Der Hafen schließt jetzt wieder an das Niveau vor der Krise an. Einen Gesamtumschlag von rund 110 Millionen Tonnen erreicht der Hamburger Hafen in den ersten neun Monaten 2014. Der Zuwachs, zu dem fast alle Umschlagsegmente ihren Anteil beitrugen, hat sich mit 5,7 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum überdurchschnittlich gut entwickelt - vor allem der Stückgutumschlag.  Mit 78,3  Millionen Tonnen sorgt er in den ersten neun Monaten für ein Plus von 7,9 Prozent.

Der im Hafen dominierende Containerumschlag erreicht mit einem Plus von 6,4 Prozent ebenfalls eine Rekordmarke von 7,4 Millionen TEU. Hamburg steht damit besser dar als die europäischen Konkurrenzhäfen.

Der Hafen der Hansestadt wächst stärker als die Wettbewerbshäfen am europäischen Nordkontinent. Diese verzeichnen im Durchschnitt ein Wachstum  im Gesamtumschlag von 1,9  Prozent und beim Containerumschlag von 4,0  Prozent. Demnach kann der Hamburger Hafen auch im Zeitraum Januar bis September 2014 im Containerverkehr seinen Marktanteil von 26,1  Prozent auf 26,7 Prozent ausbauen.

Ein Grund für die positive Entwicklung ist der Containerverkehr mit Asien und Afrika. „Hamburg profitiert besonders vom zweistelligen Wachstum im Containerverkehr mit Asien. Vor allem China, Hamburgs größter Handelspartner im Containerverkehr, trägt mit einem Wachstum von 12,8 Prozent für die enorme Schubkraft im seeseitigen Außenhandel von Deutschlands größtem Universalhafen bei“, sagte Axel Mattern. Im Containerverkehr mit China wurden in den ersten neun Monaten 2,3 Millionen TEU in Hamburg umgeschlagen. Der Containerverkehr mit Afrika entwickelt sich mit einem Plus von 28,2 Prozent sehr gut.

Die Ostseeregion hat ebenfalls eine große Bedeutung für den Hamburger Hafen. 1,8 Millionen TEU wurden in den ersten neun Monaten mit Frachtschiffen transportiert. Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent. Besonders der Schiffsverkehr mit polnischen Häfen nahm zu. Der Containerverkehr zwischen Hamburg und russischen Häfen erreicht in den ersten neun Monaten ein Umschlagvolumen von rund 504.000  TEU und bleibt damit 5,7 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. „Russland ist nach China unverändert im Containerverkehr auf Rang zwei der  Handelspartner des Hamburger Hafens“,  sagte Ingo Egloff, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. am Montag. Allerdings dämpfen die Ukraine-Krise und der rückläufige Warenverkehr mit Russland das Wachstum.

Nicht nur die Umschlagszahlen, sondern auch die Anzahl besonders großer Containerschiffe nahm zu. Die Zahl der Schiffsanläufe dieser Größenklasse stieg zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum mit 302 Anläufen um nahezu ein Viertel (+ 23,8 Prozent) an. Von Januar bis September wurde Hamburg von 374 besonders großen Containerschiffen (Ultra Large Container Ships) mit Stellplatzkapazitäten von 10.000 TEU und mehr angelaufen. Diese Entwicklung nahm die Marketinggesellschaft zum Anlass, an die Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe zu erinnern. Diese müsse dringend für den Hafen und die Schifffahrt realisiert werden.

Für 2015 sind bereits erste Anmeldungen für den Anlauf von zehn Großcontainerschiffen mit einer Schiffslänge von mehr als 400 Meter in Hamburg registriert.

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