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Vermögensbarometer 2017 : Hamburger haben am meisten Geld – SH hat Angst vor Altersarmut

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Über die Hälfte der Hamburger sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. Bei den nördlichen Nachbarn sieht das ganz anders aus.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 15:54 Uhr

Hamburg | Beim Thema Finanzen sind die Hamburger die Deutschen mit der größten Zufriedenheit. 67 Prozent beurteilen ihre finanzielle Situation als gut bis sehr gut. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten aktuellen Vermögensbarometer 2017 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hervor. In Schleswig-Holstein sind es nur 56 Prozent. Der Bundesdurchschnittswert liegt bei 59 Prozent.

Die Hansestadt hat mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner von rund 61.000 Euro den bundesdeutsche Durchschnittswert um mehr als 64 Prozent übertroffen. Mit dieser enormen Wirtschaftskraft fällt auch das verfügbare Einkommen in Hamburg höher als anderswo aus: „Es lag 2015 mit knapp 24.000 Euro je Einwohner um mehr als zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt und war das höchste im Ländervergleich“, stellt Jochen Intelmann, Chef-Volkswirt der Hamburger Sparkasse (Haspa) fest.

Konjunkturell gesehen gehe es in Hamburg aber seit einigen Jahren langsamer voran als im Bundesgebiet. So blieb die reale Wachstumsrate des BIP in der Hansestadt im vergangenen Jahr mit 1,3 Prozent deutlich hinter dem Wert für ganz Deutschland von 1,9 Prozent zurück. „Dies ist allerdings nicht ungewöhnlich“, beruhigt der Chef-Volkswirt. Er sieht den Hamburger Hafen als eine der Ursachen. Der sei vielfältigen Einflüssen ausgesetzt, die häufig weder nationalen noch lokalen Ursprungs sind. „So entfalten die Sanktionen gegen Russland – immerhin Hamburgs zweitwichtigster Handelspartner im seeseitigen Containerverkehr – seit Jahren eine Bremswirkung.

Dämpfend wirkt auch die noch nicht erfolgte Elbvertiefung. Denn solange die nicht erfolgt ist, können die immer größeren Containerschiffe nicht voll beladen nach Hamburg fahren“, so Intelmann. Vor diesem Hintergrund trete der Containerumschlag seit Jahren bei etwa neun Millionen Standardcontainern pro Jahr auf der Stelle, während die Konkurrenz in Rotterdam und Antwerpen Zuwächse verzeichne.

Auch bei der Absicherung der Finanzen sind die Hamburger weit vorn: Drei Viertel der Hamburger sorgen finanziell für das Alter vor. Dies ist hinter Bayern und Niedersachsen der dritthöchste Wert in Deutschland. Unter den Hamburgern, die an der Altersabsicherung zweifeln, befürchten 17 Prozent Armut im Alter. Das ist Platz sechs in der von Schleswig-Holstein (22 Prozent) angeführten Liste. Der Bundesdurchschnitt liegt bei zwölf Prozent.

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