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Passagiere mit Atemwegsreizungen : Hamburger Flughafen nach Sperrung wieder geöffnet - Reizgas-Kartusche gefunden

vom

Das Reizgas soll sich über eine Klimaanlage weiterverteilt haben. Neun verletzte Menschen kamen ins Krankenhaus.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2017 | 13:07 Uhr

Hamburg | Am Flughafen Hamburg ist mutmaßlich Pfefferspray oder ein ähnliches Reizgas versprüht worden. Man habe eine entsprechende Kartusche gefunden, diese könnte der Ursprung für die Geruchsbelästigung und die gesundheitlichen Probleme etlicher Menschen am Sonntagmittag sein, teilte ein Feuerwehrsprecher in Hamburg mit. Der Stoff habe sich dann über die Klimaanlage im Gebäude verteilt. Man gehe nicht von einem Terroranschlag aus. 68 Menschen seien untersucht worden, neun kamen in Krankenhäuser. Die Flughafenleitung hatte zuvor mitgeteilt, der Flugbetrieb sei mehr als eine Stunde lahmgelegt gewesen.

 

Nach der Sperrung des Fluhafens war der Flugbetrieb am Sonntagnachmittag wieder aufgenommen worden. Die Sperrung bestand seit 12.32 Uhr. Als Grund wurde zunächst eine starke Geruchsbelästigung in der Kontrollstelle, in der Handgepäck und Fluggäste überprüft werden, genannt. Zahlreiche Reisende hätten über Augenbrennen, Übelkeit und Reizhusten geklagt, berichtete ein Sprecher der Bundespolizei. Die Feuerwehr richtete Behandlungsplätze für die Verletzten ein.

<p>Durch den Gasaustritt verletzte Personen werden im Flughafen von Rettungskräften versorgt.</p>

Durch den Gasaustritt verletzte Personen werden im Flughafen von Rettungskräften versorgt.

Foto: dpa
 

Von der vorübergehenden Sperrung waren insgesamt 13 Flüge betroffen. Zwei von ihnen seien nach Bremen umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin des Airport. Später seien die Maschinen wieder nach Hamburg zurückbeordert worden. Die übrigen Flugzeuge hätten entweder auf der Bahn warten oder in der Luft kreisen müssen. Die Zufahrten zum Flughafen wurden gesperrt, auch der S-Bahn-Verkehr zum Airport war unterbrochen.

Am frühen Nachmittag hatte die Feuerwehr dann die Quelle des Giftgases ausgemacht. In einem Papierkorb vor der Sicherheitsschleuse in der Plaza stießen sie auf eine Kartusche für Pfefferspray. Mutmaßlich hatte ein Fluggast die Dose weggeworfen. Im Müll hatte diese sich entleert, Lüftung und Klimaanlage im Flughafen verteilten das Gas dann über einen größeren Bereich.

Ob der bisher unbekannte Besitzer der Kartusche das Pfefferspray absichtlich im Flughafen freisetzen oder dieses nur vor dem Sicherheitscheck loswerden wollte, war zunächst unklar. „Die Ermittlungen laufen“, hieß es von der Polizei. Laut dem Feuerwehrsprecher muss der Verursacher damit rechnen, die immensen Kosten des Einsatzes und der Flugverzögerungen tragen zu müssen.

Auch eine Reise des Präsidenten von Uruguay, Tabaré Ramón Vázquez Rosas, hat sich am Sonntag wegen der vorübergehenden Sperrung des Flughafens verzögert. Der Präsident habe in seiner Maschine warten müssen, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte den Präsidenten am Freitag empfangen.

Die Airport-Plaza enthält die zentrale Sicherheitskontrolle für die Fluggäste mit Kontrollstellen und Gepäckausgabe; sie schließt die Lücke zwischen den Terminals 1 und 2. Im Einsatz am Flughafen waren rund 100 Mitarbeiter der Feuerwehr Hamburg sowie weitere Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zur Betreuung der Betroffenen.

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