Verspätete Fertigstellung : Hamburger Elbphilharmonie: Eröffnung im Januar 2017

Journalisten und Gäste stehen im Großen Konzertsaal der Hamburger Elbphilharmonie.
1 von 2
Journalisten und Gäste stehen im Großen Konzertsaal der Hamburger Elbphilharmonie.

Das Konzerthaus sollte eigentlich 2010 eröffnet werden. Aber nicht nur explodierende Kosten machten den Plan zunichte.

shz.de von
12. Januar 2015, 13:20 Uhr

Hamburg | Die Hamburger Elbphilharmonie wird mit rund siebenjähriger Verspätung voraussichtlich im Januar 2017 eröffnet. „Der Plan ist, dass das am 11. Januar des Jahres 2017 geschehen soll“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Montag bei einer ersten Besichtigung des Großen Saals.

Ursprünglich sollte das Konzerthaus am Hafen bereits 2010 eröffnet werden. Wegen massiver Planungsfehler und Streitereien musste der Termin jedoch mehrfach verschoben werden. Gleichermaßen explodierten die Kosten. Sie stiegen von ursprünglich geplanten 77 Millionen Euro auf 789 Millionen Euro.

Der Klangreflektor und die Deckenkonstruktion im Großen Konzertsaal auf der Baustelle der Elbphilharmonie.
Christian Charisius
Erste Bilder aus dem Großen Konzertsaal: der Klangreflektor und die Deckenkonstruktion der Elbphilharmonie.
 

Vom Baukonzern Hochtief übergeben werden soll die Elbphilharmonie im Oktober 2016, im November soll dann die 4000 Quadratmeter große Plaza der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Lange hatte an der Elbphilharmonie Stillstand geherrscht. Erst nachdem sich die Stadt und Hochtief Anfang 2013 nach langem Streit auf den Weiterbau geeinigt hatten, ging es auf der Großbaustelle wieder voran. Inzwischen arbeiten nach Angaben von Hochtief-Projektleiter Stephan Deußer teilweise Tag und Nacht bis zu 500 Handwerker an dem Konzerthaus.

Dadurch sollen noch im Frühjahr das Hotel fertig und die Außenkräne abgebaut werden. Für Anfang 2016 sei dann der Einbau der Orgel in den Großen Saal geplant. Letztlich an die Stadt übergeben werden soll die Elbphilharmonie im Oktober 2016.

Im November 2016 soll dann die in 37 Metern Höhe gelegene 4000 Quadratmeter große Plaza der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit die Menschen „ihr Haus“ in Besitz nehmen können, wie Scholz sagte. „Es ist das Herz des gesamten Gebäudes“, sagte der Projektverantwortliche Senior Partner des Architekturbüros Herzog & de Meuron, Ascan Mergenthaler, über den Großen Konzertsaal mit seinen später einmal rund 2100 Sitzplätzen. Um das auch für Zuhörer erlebbar zu machen, seien die Ränge und Balkone - ähnlich modernen Sportstadien - viel dichter an die Bühne herangerückt worden.

Als spektakulär gelten auch der rund 50 Tonnen schwere Reflektor an der Saaldecke sowie die vom japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota ersonnene „Weiße Haut“. Diese aus rund 10.000 Teilen bestehende Verschalung ist für die Akustik im Saal verantwortlich und soll Echos verhindern.

Die Deckenkonstruktion im Großen Konzertsaal der Elbphilharmonie.
Christian Charisius/dpa
Die Deckenkonstruktion im Großen Konzertsaal der Elbphilharmonie.
 

Begeistert zeigte sich auch der Generalintendant der Elbphilharmonie und Laeiszhalle, Christoph Lieben-Seutter. „Mit der nun erfolgten Festlegung des Eröffnungstermins können wir ab sofort verbindliche Vereinbarungen treffen. Darüber freuen wir uns sehr.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen