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Musik vor Hafen-Kulisse : Hamburger Elbjazz-Festival 2016 abgesagt

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Aus der Onlineredaktion

Es gilt als einer der kulturellen Höhepunkte in Hamburg: das Elbjazz-Festival. Doch im kommenden Jahr findet das Festival im Hamburger Hafen nicht statt. Der Veranstalter spricht von einer wirtschaftlich nötigen Pause.

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erstellt am 18.Dez.2015 | 12:44 Uhr

Hamburg | Seit 2010 findet das Elbjazz-Festival Ende Mai jeden Jahres vor der spektakulären Kulisse des Hamburger Hafens und insbesondere der Werft Blohm+Voss statt. Mehr als 50 Konzerte standen in diesem Jahr auf dem Programm - rund 15 000 Besucher kamen nach Veranstalterangaben. Eine siebte Auflage 2016 wird es aber nicht geben. Dies teilte die Veranstaltungsgesellschaft am Freitag mit.

Das Besondere am Elbjazz-Festival sind die Konzertorte. Gespielt wird nicht an klassischen Konzertlocations, sondern unter anderem auf dem Museumsschiff Cap San Diego an der berühmten Überseebrücke und auf den Werften im Hamburger Hafen. Mit dem Ausfall 2016 fehlt Hamburg eine publikumswirksame Veranstaltung, die in den vergangenen Jahren auch internationale Aufmerksamkeit fand.

Hintergrund der Absage sind offenbar finanzielle Probleme. Es gäbe die „die strukturelle und wirtschaftliche Notwendigkeit, das Konzept auf Basis der Erfahrungen der vergangenen Festivals zu optimieren“, heißt es in der Mitteilung. Laut Veranstalter Karsten Jahnke soll es sich aber nur um eine einjährige Pause handeln. Für 2017 ist eine Fortsetzung des Festivals geplant.

„Das Fazit nach sechs Elbjazz-Ausgaben könnte im Hinblick auf die musikalische Qualität und ihre Vielfalt, die Einzigartigkeit der Spielstätten, die Verbindung des Festivals zur Hansestadt und ihrem Hafen sowie die Zuschauerzufriedenheit kaum positiver ausfallen“, so Jahnke. Nun müsse sich das „Entdecker-Festival an der Elbe“ aber neu ausrichten. „Das Ziel ist, mehr Musikinteressierte für dieses außergewöhnliche Festival inmitten der Hafenkulisse zu begeistern und mit Live-Jazz in Berührung zu bringen.“ Gleichzeitig solle der Festivalbesuch für die Zuschauer komfortabler werden. Die Wege und Fahrtzeiten zwischen den Bühnen sollen sich verkürzen, um mehr Zeit für den Jazz und die „atemberaubende Atmosphäre“ zu ermöglichen. Zudem überarbeiten die Festivalorganisatoren laut Jahnke Umfang und Verteilung der Spielstätten. „Eines der Ziele ist, die Zahl der Indoor-Bühnen zu erhöhen, auch die Bespielung der Elbphilharmonie ist im Gespräch. Bestand haben wird das Werftgelände von Blohm+Voss, das auch in 2017 mit seiner spektakulären Kulisse ein elementarer Bestandteil des Festivals sein wird.“

Neben konzeptionellen Veränderungen gibt es auch beim personelle Neuerungen. Die bisherige Geschäftsführerin Tina Heine verlässt die Veranstaltungsgesellschaft Elbjazz GmbH. Ihren Posten übernimmt Jahnke, der bisher schon als Gesellschafter an dem Festival beteiligt war. „Gemeinsam mit Geschäftsführer Folkert Koopmans setzt er die Arbeit der Elbjazz GmbH fort“, heißt es dazu von der Firma. Festival-Mitbegründerin Nina Sauer bleibe als Gesellschafterin dabei und werde die Festivalorganisation zukünftig beratend begleiten. Nach Berichten des NDR hatte es Streit zwischen den bisher Verantwortlichen gegeben. Es sei in der Hamburger Jazz-Szene ein offenes Geheimnis, dass die Organisatoren heillos zerstritten seien, berichtet der Radiosender NDR 90,3.

Laut Karsten Jahnke arbeite man nun bereits „mit großem Engagement“  an der Fortsetzung des Festivals 2017. „Wir blicken gespannt und erwartungsvoll in die Zukunft. Elbjazz ist innerhalb weniger Jahre dank seines hochmotivierten Organisationsteams zu einem festen Bestandteil und wichtigem Aushängeschild der Hamburger Musiklandschaft geworden. Das Motto ‘Hamburg – Hafen – Jazz‘ besitzt eine Strahlkraft, die weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinausgeht. Das erklärte Ziel aller Beteiligten ist es, das Festival in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“

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