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Neues Programm „W.I.R.“ : Hamburg will Arbeitsintegration von Flüchtlingen vorantreiben

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„W.I.R. - work and integration for refugees“: Für das neue Programm stünden 1,5 Millionen Euro bereit.

Hamburg | Hamburg erfasst künftig systematisch das berufliche Können aller Flüchtlinge mit Bleibeperspektive, um sie rasch in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. Ziel sei, dass jeder der derzeit mindestens 5000 betroffenen Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter bis spätestens Ende 2016 bei der Bundesagentur für Arbeit erfasst und vermittelbar ist, sagte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) am Freitag. Um das erreichen zu können, arbeiteten wie bei der Jugendberufsagentur alle relevanten Stellen unter einem Dach eng zusammen: das Jobcenter, die Sozialbehörde, die Agentur für Arbeit und Träger der Flüchtlingshilfe. Für das Programm „W.I.R. - work and integration for refugees“ stünden 1,5 Millionen Euro bereit.

„Wir wissen nichts über die mitgebrachten Qualifikationen“, sagte Scheele. Um nun mehr über das Können und die Lebensumstände der Flüchtlinge herauszufinden, gingen künftig 20 Mitarbeiter direkt in die Unterkünfte. „Wir glauben (...) nicht, dass man einen Aushang machen könnte ,Gehen Sie bitte in das Jobcenter Langenhorner Chaussee und ziehen Sie sich eine Wartemarke‘“, sagte Scheele. Das könne nicht funktionieren. „Man muss da hingehen, Termine vereinbaren, sie möglicherweise auch abholen. Die kommen aus Ländern, in denen gibt es keinen funktionierenden Staat.“

Der Chef der Arbeitsagentur Hamburg, Sönke Fock, betonte: „Es ist nicht unser Anliegen, das Heer der Un- und Angelernten zu vergrößern, unser Anliegen ist es, sie entsprechend ihrer Qualifikation einzusetzen.“ So gebe es allein in Hamburg derzeit rund 15.000 freie Stellen. Besonders gesucht seien Fachleute aus dem IT-, dem Pflege und dem Hotel- und Gaststättenbereich.

Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer des Jobcenters „team.arbeit.hamburg“, Friedhelm Siepe. Die beste Integration von Flüchtlingen sei Arbeit. Und die Vermittlung wiederum funktioniere dann am besten, wenn alle Stellen wie schon bei der Jugendberufsagentur zusammenarbeiteten.

Senator Scheele sagte jedoch auch: „Das wichtigste ist, dass der Bund die Sprachkurse veranstaltet.“ Derzeit gebe es viel zu wenige. Er setze deshalb sehr auf den Koalitionsausschuss in Berlin an diesem Wochenende und auf die Ministerpräsidentenkonferenz am 24. September.

Er würde sich sehr wünschen, „dass zumindest Menschen aus den Hauptfluchtstaaten mit hoher Schutzquote (...) ausdrücklich vor Abschluss des Asylverfahrens ein mindestens 300-stündiger Deutschkurs bewilligt wird“. Konkret nannte er Menschen aus Syrien, Eritrea, Sudan, Somalia, Afghanistan und dem Irak. „Die werden sowieso anerkannt. Da muss man nicht erst monatelang in einer Unterkunft sitzen und nicht wissen, was man tun soll“, sagte Scheele.

Das Angebot der Arbeitsvermittlung richte sich jedoch nicht an Flüchtlinge mit geringer oder gar keiner Bleibeperspektive wie etwa Menschen aus dem Westbalkan. Mitglieder diese Gruppe würden vielmehr dahingehend beraten, was sie wegen ihrer nicht vorhandenen Perspektiven in Deutschland stattdessen tun könnten.

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erstellt am 04.Sep.2015 | 13:23 Uhr

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