Smartphone App : Hamburg virtuell erleben: Digitaler Rundgang durch die Speicherstadt

Speicherstadt erkunden mit Smartphone und App.

Besucher können die Speicherstadt mit Smartphone und App erkunden.

Via App und 360-Grad-Bildern können Besucher auf virtuellen Rundgängen den historischen Lagerhauskomplex auf eine neue Weise erkunden.

shz.de von
14. Dezember 2017, 17:42 Uhr

Hamburg | Hamburgs einzige Weltkulturerbestätte ist im 4.0-Zeitalter angekommen. Unter dem Titel „Speicherstadt digital“ lässt sich der historische Lagerhauskomplex ab sofort via App, Gratis-WLAN, 360-Grad-Bildern, virtuellen Rundgängen und manchem mehr auf neue Weise erkunden. Ergebnis seien „vertiefende Einblicke in die Geschichte“, versprach Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Donnerstag bei der Projektvorstellung. Am Beispiel des größten zusammenhängenden Speicherensembles der Welt zeige die Hansestadt, „wie die Verbindung von Kultur und Medien gelingen kann“.

Dank neuer Technologie wird das malerische Backstein-Viertel zu einer Art digitales Museum. So können Besucher mit der kostenlosen App „Speicherstadt digital“ bei einer Tour durch Straßen und Fleete historische Fotos aufrufen, während Texte und Zeitzeugenberichte über die Entstehung der Speicherstadt und das tägliche Leben annodazumal aufklären. Eine Kartenansicht zeigt an, wo sich Sehenswertes findet.

Mit VR-Brille: Reise in die Vergangenheit an einer historischen Dampfmaschine in der Speicherstadt.
HAW Hamburg

Mit VR-Brille: Reise in die Vergangenheit an einer historischen Dampfmaschine in der Speicherstadt.

 

Mittels Augmented Reality kann jeder auf Smartphone und Tablet den direkten Vergleich zwischen Jetzt und Einst ziehen. Zu sehen sind historische Aufnahmen der Umgebung, in der sich der Nutzer gerade befindet. Vom NDR produzierte Hörspiele nehmen die Zuhörer zugleich mit auf eine Audio-Reise in die Vergangenheit. Nachgestellt wird unter anderem die Schlusssteinlegung durch Kaiser Wilhelm II. 1888 und der Arbeitsalltag der Schauerleute.

Vergangenes lebendig wird auch mit Hilfe von Virtual Reality (VR). Im Dialoghaus (Alter Wandrahm 4) erfahren Besucher an Bildschirmen spielerisch, wie in der Speicherstadt vor 100 Jahren gearbeitet wurde. Mit VR-Brillen auf der Nase können Neugierige dort die Arbeit im Kesselhaus der Speicherstadt in einer animierten 3D-Welt nachspielen: Kohle schaufeln, Waren verladen, Maschinen bedienen – für einen Moment tauchen Besucher ein ins Leben eines Hafenarbeiters Anfang des 20. Jahrhunderts.

Virtuell schlendern lässt sich auf der Plattform Google Arts & Culture. Anhand von 360-Grad-Aufnahmen blicken Interessierte in historische Speicher, flanieren über Brücken und schippern durch die Kanäle.

Für die Erstellung der virtuellen Speicherstadt-Rundgänge hat Google eine 360-Grad-Kamera eingesetzt.
Google/Photography Schaarschmidt

Für die Erstellung der virtuellen Speicherstadt-Rundgänge hat Google eine 360-Grad-Kamera eingesetzt.

 

Damit die Nutzer problemlos online gehen können, verfügt das Unesco-Welterbe nun über freien WLAN-Zugang, den der Norderstedter Anbieter Wilhelm.tel flächendeckend zur Verfügung stellt. Die Nutzung des „MobyKlick“-Netzes ist kostenlos. 

 „Speicherstadt digital“ ist Teil der Digitalisierungsstrategie des rot-grünen Senats. Ziel ist es, Kulturgüter für jedermann digital erlebbar zu machen.

www.speicherstadt-digital.de

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