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Urabstimmung : Hamburg: Verdi plant unbefristeten Kita-Streik

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Die Gespräche über eine bessere Eingruppierung von Beschäftigten in Kitas und Sozialeinrichtungen sind vorerst gescheitert. Auf Eltern von Kleinkindern könnten massive Probleme zukommen.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2015 | 14:32 Uhr

Hamburg | Eltern von Kita-Kindern in Hamburg drohen massive Einschränkungen bei der Betreuung ihrer Kleinen. Nach dem Abbruch der Verhandlungen über eine bessere Eingruppierung der Mitarbeiter plant die Gewerkschaft Verdi an Kitas und Sozialeinrichtungen einen unbefristeten Streik. Bereits für Anfang der Woche werde bundesweit eine Urabstimmung vorbereitet, teilte Verdi am Freitag mit.

Sollten sich die Gewerkschaftsmitglieder dann bis zum 5. Mai für einen Streik entscheiden, könnten alle Kitas und Sozialeinrichtungen, die Mitglied in den kommunalen Arbeitgeberverbänden sind, möglicherweise wochenlang lahmgelegt werden. Der für die Hansestadt zuständige Arbeitgeberverband AVH zeigte sich empört.

Verdi verlangt von der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) eine Neuordnung der Eingruppierungsregeln und Tätigkeitsmerkmale für die bundesweit rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Sollten sich die Gewerkschaften durchsetzen, bedeutet dies laut Verdi im Schnitt ein Einkommensplus von zehn Prozent.

Mehrere von Warnstreiks begleitete Verhandlungsrunden hätten zu keinem Ergebnis geführt, klagte die Gewerkschaft. Nach wie vor weigerten sich die Arbeitgeber, ein Angebot zur Verbesserung der Sozial- und Erziehungsberufe vorzulegen. Hamburg wolle im Bundesvergleich in den Kitas und im sozialen Bereich an der Spitze sein, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Hilke Stein. Eine finanzielle Aufwertung der Mitarbeiter sei aber bislang ausgeblieben. „Jetzt werden wir unsere Mitglieder in den Kitas und Sozialeinrichtungen zu einem unbefristeten Streik befragen“, kündigte Stein an.

„Dafür haben wir kein Verständnis“, sagte dagegen die Vizevorsitzende der Arbeitsrechtlichen Vereinigung Hamburg (AVH), Senatsdirektorin Bettina Lentz. Vor allem, weil für Mai bereits weitere Gesprächsrunden terminiert gewesen seien. Doch die hätten die Gewerkschaften abgesagt. „Das finde ich unerhört, mitten in den Verhandlungen auszusteigen.“ Aber auch inhaltlich seien die Forderungen der Gewerkschaften überzogen, sagte Lentz. Denn es gehe keinesfalls nur um Steigerungen von bis zu zehn Prozent. Teilweise drehe es sich sogar um bis zu 20 Prozent. Im übrigen lägen die Einkommen von Erzieherinnen im öffentlichen Dienst bereits oberhalb anderer Ausbildungsberufe, etwa Handwerker oder Feuerwehrleute, verwies sie auf VKA-Studien.

Gleichzeitig wies Lentz darauf hin, dass es sich bei den aktuellen Gesprächen gar nicht um Tarifverhandlungen im eigentlichen Sinne handele. Die seien bereits im vergangenen Jahr für 2014 und 2015 mit einem Gehaltsplus von 5,4 Prozent abgeschlossen worden. Hinzu komme, dass Hamburg selbst an den Verhandlungen gar nicht beteiligt sei. Die Gespräche mit Verdi führe allein die VKA. „Und wenn die fertig sind, dann überlegen wir, ob wir das übernehmen.“


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