Strapazierter Wohnungsmarkt : Hamburg übertrifft beim Wohnungsbau die eigenen Erwartungen

Die Zahl der Genehmigungen liegt um rund 1000 über der des Vorjahres.

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10. Januar 2018, 19:22 Uhr

Hamburg | Baugenehmigungen in nur einem Jahr: Hamburg hat gestern eine bemerkenswerte Zwischenbilanz im Kampf gegen die Wohnungsknappheit vorgelegt. „Ein herausragender Erfolg“, kommentierte Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) die Zahl genehmigter Wohneinheiten für das vergangene Jahr. „Der Neubau von attraktiven und bezahlbaren Wohnungen in unserer wachsenden Stadt ist ganz entscheidend, um den Wohnungsmarkt zu entlasten.“

Der Zuwanderungsdruck bleibt groß, laut Senat ziehen jährlich etwa 10.000 Menschen nach Hamburg.  Rot-Grün will die Abwanderung weiterer Familien in den Speckgürtel eindämmen. Der Senat werde in seinen Anstrengungen daher nicht nachlassen, so Stapelfeldt.

Die Zahl der Genehmigungen liegt nochmals um rund 1000 über der des Vorjahres. Auch übertrifft der rot-grüne Senat seine eigenen Zielzahlen. Wegen des anhaltenden Zuzugs hat die Stadt mit dem Bündnis für Wohnen den Neubau von jährlich mindestens 10.000 Einheiten vereinbart. Im Vergleich zu 2011 hat sich die Zahl der Baugenehmigungen fast verdoppelt. Allerdings: Nicht jede geplante Wohnung wird auch gebaut. Im Jahr 2016 wurden in der Hansestadt gut 7700 Einheiten fertiggestellt. 

Zwei neue Graßquartiere geplant

Passend dazu stellte die Landesregierung ebenfalls gestern die Weichen für zwei geplante Großquartiere. Sie gründete eine Projektentwicklungsgesellschaft zur Realisierung des zweitgrößten Stadtentwicklungsvorhabens in Oberbillwerder. In dem neuen Stadtteil im Bezirk Bergedorf sollen ab Mitte der 20er Jahre etwa 15.000 Menschen leben. Zugleich gab der Senat 1,5 Millionen Euro für erste Maßnahmen zur Entwicklung des Projekts Grasbrook frei. Nahe den Elbbrücken soll ab Anfang 2022 erstmals im Hafen ein Großwohnquartier für etwa 6000 Menschen entstehen.

In der näheren Zukunft entstehen die meisten Wohnungen allerdings im Bezirk Wandsbek, wo 2017 etwas mehr als 2600 Baugenehmigungen erteilt wurden. Es folgen die Bezirke Eimsbüttel (2300) und Nord (2200).

Derweil fordert der wichtigste Wohnungsverband der Stadt, künftig verstärkt auf Nachverdichtung, Aufstockungen und Zweite-Reihe-Bauten zu setzen. Andreas Breitner, Direktor des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW): „Bei den Grundstücken sind die reifen Früchte langsam gepflückt. Jetzt bedarf es eines höheren Aufwands, um weitere Flächen zu erschließen.“

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