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Seltene Abrissgenehmigungen : Hamburg – Stadt der 18.000 Baudenkmäler

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Im Zweiten Weltkrieg hat Hamburg viel historische Bausubstanz verloren. Dennoch zählt die Stadt heute 18.000 Baudenkmäler. Nicht alle können erhalten werden, was Liebhaber immer wieder empört.

Hamburg | Seit der Neufassung des Denkmalschutzgesetzes vor zwei Jahren gehen in Hamburg nur wenige geschützte Gebäude verloren. Die Zahl der Abrisse seit der Novellierung vom April 2013 bewege sich im sehr niedrigen zweistelligen Bereich. „Angesichts von rund 18.000 geschützten Gebäuden ist das sehr wenig“, sagte ein Behördensprecher. Kein einziges Denkmal in städtischem Besitz sei in den vergangenen drei Jahren abgerissen worden.

Der Arbeitskreis Denkmalschutz in der Patriotischen Gesellschaft von 1765 sieht den Umgang mit den Zeugnissen der Vergangenheit sehr viel kritischer: „Es erfüllt uns immer wieder mit Empörung, Zorn oder auch Scham, wenn wir Notrufe über unsere Internet-Seite ,SOS - Denkmal in Not‘ aufnehmen und nicht helfen können“, erklärte der Sprecher des Arbeitskreises Gerhard Hirschfeld. Pro Monat gibt es nach Angaben der Patriotischen Gesellschaft rund zehn Notrufe. Meist kämen sie allerdings zu spät.

Rechtzeitig gelang es im vergangenen Jahr, die Rettung der katholischen St.-Maximilian-Kolbe-Kirche im Stadtteil Wilhelmsburg in die Wege zu leiten. An der 900.000 Euro teuren Sanierung des erst 40 Jahre alten Betonbaus beteiligt sich der Bund mit 400.000 Euro, das Denkmalschutzamt der Stadt mit 350.000 Euro und das Erzbistum mit 100.000. Der Rest kommt von einem Sponsor und der Hamburger Stiftung Denkmalpflege.

Nicht zu retten war dagegen die ehemalige BP-Zentrale in der City Nord, die 1968-71 errichtet worden war. Auch für das ehemalige HEW-Kundenzentrum aus den Jahren 1967-69 in der Innenstadt erteilte das Denkmalschutzamt eine Abrissgenehmigung, ebenso für das Versicherungsgebäude der Hamburg-Mannheimer aus den 30er Jahren an der Binnenalster. Das Denkmalschutzamt suche in jedem Einzelfall das konstruktive Gespräch, um Alternativen zum Abbruch zu erörtern, versicherte die Kulturbehörde.

Die Patriotische Gesellschaft fördert die Denkmalpflege mit einem Preis, den sie seit 1990 alle drei Jahre vergibt. Für die nächste Preisvergabe am 16. April hat die Gesellschaft bereits drei Objekte ausgewählt.

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erstellt am 05.Apr.2015 | 10:38 Uhr

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