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A7 : Hamburg, SH und Niedersachsen wollen sich bei Baustellen besser abstimmen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Belastung für Autofahrer durch Baustellen soll verringert werden. Doch es gibt Kritik.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 16:28 Uhr

Hamburg | Wenn ausgerechnet zum Ferienbeginn in Niedersachsen mehrere Abschnitte der A7 bei Hamburg für Bauarbeiten gesperrt sind, ist das Verkehrschaos programmiert. Damit ein solches Missmanagement wie etwa im vergangenen Sommer nicht mehr passieren kann, wollen Hamburg, Schleswig-Holstein und das angrenzende Niedersachsen die Baustellen rund um Hamburg künftig besser untereinander abstimmen. Dafür wird zum 1. Januar eine Stabsstelle für Verkehrs- und Baustellenkoordination bei der Hamburger Wirtschafts- und Verkehrsbehörde eingerichtet. Der bisherige A7-Verkehrskoordinator − der 74-jährige ehemalige Staatsrat Gerhard Fuchs − geht in den Ruhestand.

Bei der Vorstellung der neuen länderübergreifenden Zusammenarbeit dämpfte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Mittwoch allerdings die Erwartungen: „Jede Baustelle bleibt eine Beeinträchtigung, aber wir wollen sie so gering wie möglich halten.“ In der Metropolregion Hamburg leben 5,3 Millionen Menschen, darunter 400.000 Pendler. Nirgendwo in Deutschland bündele sich so viel Verkehr wie im Großraum Hamburg, sagte Horch. Auch eine Ausweitung der Zusammenarbeit auf Mecklenburg-Vorpommern schloss der Wirtschaftssenator nicht aus.

Kernstück der künftigen Koordination ist eine neu entwickelte Software mit dem schlichten Namen „roads“ (deutsch: Straßen), für die die beteiligten Länder und deren Kreise sowie Polizeidirektionen und die Hamburger Hafenbehörde HPA Online-Zugänge erhalten. Anhand der geplanten Baumaßnahmen, die  in das System eingegeben werden, entsteht eine umfassende Übersicht darüber, wann und wo mit möglichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist. „Roads“ kann die Auswirkungen jeder Baustelle auf den Verkehr simulieren und darstellen. „So haben wir viel früher einen Überblick über die einzelnen Planungen und können uns untereinander besser abstimmen“, sagt Horch.

Christian Merl (Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, l.) und Carsten Butenschön (Koordination) aus der neuen Stabsstelle für Verkehrs- und Baustellenkoordination in Hamburg.
Christian Merl (Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, l.) und Carsten Butenschön (Koordination) aus der neuen Stabsstelle für Verkehrs- und Baustellenkoordination in Hamburg. Foto: dpa
 

Geleitet wird die neue Stabsstelle von zwei Männern, die nicht nur fachlich versiert sind, sondern auch aus eigenem Erleben wissen, wovon sie sprechen: Carsten Butenschön (47), zuständig für Koordination und Planung, managte zuletzt sämtliche Autobahnbaustellen für den Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer und pendelt seit zehn Jahren täglich zwischen Hamburg und seinem Heimatort Kaaks bei Itzehoe.

Für den Zweiten im Bunde, Christian Merl, verkürzt sich der Arbeitsweg ab Januar. Der 45-Jährige war bisher für die Öffentlichkeitsarbeit bei der für den Ausbau der A7 zuständigen Projektgesellschaft Via Solutions Nord zuständig und pendelte dafür täglich von zu Hause in Hamburg-Bergedorf nach Nützen bei Kaltenkirchen. Merl übernimmt auch in seiner neuen Position die Rolle des Vermittlers und Kümmerers zwischen den beteiligten Behörden, Betroffenen, Unternehmen und der Öffentlichkeit.

Kritik an der neuen Baustellenkoordination kam am Mittwoch von der Hamburger CDU-Fraktion. Sie reklamiert zwar die Schaffung der neuen Struktur als von ihr gefordert, die Umsetzung sei aber unzureichend. Mecklenburg-Vorpommern und der Bund würden komplett außen vor gelassen, Niedersachsen nur am Rande mit einbezogen, die Kompetenzen seien bescheiden und die personellen Kapazitäten nicht ausreichend, so ihr verkehrspolitischer Sprecher Dennis Thering. Zudem kritisiert die CDU, dass sich  die Stabsstelle nur mit Baustellen auf Fernstraßen befasse, obwohl sich  insbesondere Stadt- und Kreisstraßen als „wunde Punkte der Stau-Entwicklung erwiesen“ hätten.

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