Am Overhaken bei Warwisch : Hamburg schafft neuen Lebensraum für seinen Schierlings-Wasserfenchel

Der seltene Schierlings-Wasserfenchel. /Archiv
Der seltene Schierlings-Wasserfenchel. /Archiv

Wo früher eine Badeanstalt war, soll bald das „Hamburger Original“ wurzeln.

shz.de von
19. Juli 2018, 13:41 Uhr

Hamburg | Für den seltenen Schierlings-Wasserfenchel schafft Hamburg weiteren Lebensraum. Er ist im Landschaftsschutzgebiet Hamburger Elbe am Overhaken bei Warwisch vorgesehen, wie die Umweltbehörde am Donnerstag mitteilte. Damit sich diese Pflanze und andere Pionierarten dort ansiedeln können, sollen eine ehemalige Badeanstalt zurückgebaut und ein neuer Priel angelegt werden. Hierüber werde das Becken dem Einfluss von Ebbe und Flut ausgesetzt.

Der bis zu zwei Meter hohe Schierlings-Wasserfenchel kommt weltweit nur an der Elbe und ihren tidebeeinflussten Nebenflüssen vor. Bis zum Beginn der Sturmflutsaison sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Der Schierlings-Wasserfenchel - ein Hamburger Original:

Weltweit letztes Refugium

Der Schierlings-Wasserfenchel kommt nur noch im Tidebereich der Elbe vor. Am Unterlauf des Flusses nordwestlich der Hansestadt bieten die Schlickböden, die durch Ebbe und Flut periodisch überschwemmt werden, dem Doldengewächs das weltweit letzte Refugium.

Vom Aussterben bedroht

Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für die Erhaltung des Schierlings-Wasserfenchel. Das Bundesamt für Naturschutz zählt die ungiftige Sumpfpflanze, die bis zu zwei Meter hoch wachsen kann, zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Umweltschützer befürchten, dass mit der Elbvertiefung verbundene Veränderungen der Population schaden könnten.

 
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