Projektname „Wildspitze“ : Hamburg plant 18-stöckiges Holz-Hochhaus in der Hafencity

So soll Hamburgs neuer Blickfang aussehen. /Illustration

So soll Hamburgs neuer Blickfang aussehen. /Illustration

Neben Wohnungen soll der 100-Millionen-Euro-Turm auch die Zentrale der Deutschen Wildtier Stiftung beherbergen.

shz.de von
22. November 2017, 16:34 Uhr

Hamburg | Hamburg begibt sich auf den Holzweg – in diesem Fall ist es ein vielversprechender: In der Hafencity entsteht das nach Angaben der Investoren mit 64 Metern höchste Holz-Hochhaus Deutschlands. Die Garbe Immobilien-Projekte GmbH und die Deutsche Wildtier Stiftung entwickeln im Quartier Elbbrücken ein Ensemble mit einem 18-geschossigen Wohnturm als Hingucker, Projektname: „Wildspitze“.

Entstehen sollen bis 2021 etwa 190 Wohnungen, ein Drittel davon öffentlich gefördert. Einziehen wird auch eine große, interaktive Dauerausstellung, die Stadtmenschen das Leben und Leiden von Wildtieren nahebringen soll. Hafencity-Geschäftsführer Jürgen Brund-Berentelg kündigte ein „experimentelles, höchst anspruchsvolles Projekt“ an. Kostenpunkt: 100 Millionen Euro.

Der Holz-„Wolkenkratzer“ auf dem Grundstück am Wasser im östlichen Teil der Hafencity entsteht nach einem Entwurf des Hamburger Architekturbüros Störmer Murphy and Partners. Nur die Treppenhauskerne seien aus Stahlbeton, berichteten die Planer. Alle übrigen Gebäudeteile – auch die tragenden – sowie die Gebäudehülle sollen vollständig aus Holzwerkstoffen hergestellt werden. Die Planer lobten die „natürlichen Vorteile des Holzes, gute Dämmeigenschaften“ sowie die Schaffung eines „angenehmen, behaglichen Raumklimas“. 

Auch Architekt Jan Störmer schwärmte vom neuen, alten Baustoff: „Das Spektrum an intelligenten und zukunftsweisenden Ansätzen im gesamten Planungs- und Bauprozess mit Holz ist groß – die Zeit ist reif, die vielfältigen Möglichkeiten auszuschöpfen.“ Garbe-Projektleiter Georg Nunnemann hob hervor: „Der Planungs- und Bauprozess wird weitreichende Erkenntnisse im Hinblick auf die Verwendung von Holz im Hochbau ermöglichen.“

Der 18-Stockwerke-Tower wird von einer gläsernen zweiten Fassadenhaut umgeben sein, die als Lärm-, Witterungs- und Brandschutz dient. Hinter der Hülle wird jede Wohnung über eine Loggia mit besten Ausblick verfügen.

Die „Wildspitze“ – benannt nach einem Berg in Tirol – ist kein reines Wohngebäude. Die Deutsche Wildtier Stiftung wird dort ihre Zentrale beziehen, Vorsitzender ist der ehemalige Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt. Die Stiftung will im Neubau auf zwei Ebenen und 2200 Quadratmetern eine multimediale, teils animierte Ausstellung zu Wildtieren in Deutschland präsentieren. Auch öffnet das das erste Naturfilm-Kino in Deutschland, täglich sollen Tier-  und Dokumentarfilme zu ökologischen Themen zu sehen sein. Vahrenholt: „Wir bringen die Natur und ihre Wildtiere in die Stadt.“ Die Hafencity werde damit auch für den überregionalen Tourismus noch attraktiver.

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