Hamburgische Staatsoper : Hamburg: Opernbau am Billebogen soll Gewerbegebiet pushen

Geplanter Neubau für Fundus und Werkstätten der Hamburgischen Staatsoper am Billebogen.

Geplanter Neubau für Fundus und Werkstätten der Hamburgischen Staatsoper am Billebogen.

Das Quartier am Billebogen soll zum Vorzeigeobjekt eines fortschrittlichen Gewerbegebiets werden.

shz.de von
21. März 2017, 18:41 Uhr

Hamburg | Klarer Fall von zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Der Senat hat gestern den Bau eines Gebäudeensembles beschlossen, in dem die Hamburgische Staatsoper ihre Fundi und Dekorationswerkstätten unter einem Dach vereinen kann. Zugleich soll das fast 70 Millionen Euro teure Projekt als Initialzündung für ein besonderes Quartier dienen, das auf dem Gelände des ehemaligen Huckepackbahnhofs entsteht. „Mit den Opernwerkstätten und -fundi erhält der Ort einen bedeutenden Taktgeber für die Realisierung“, sagte Jürgen Bruns-Berentelg bei der Vorstellung der Pläne. Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sprach von einem „beispielhaften Ineinandergreifen von Kultur und Stadtentwicklung“.

Das Quartier am Billebogen - gedacht als Scharnier zwischen HafenCity und Hamburgs Osten - soll zum Vorzeigeobjekt eines fortschrittlichen Gewerbegebiets mit hohem architektonischen Anspruch werden. Oberbaudirektor Jörn Walter spricht von einer „Speicherstadt des 21. Jahrhunderts“, in der einmal bis zu 3000 Menschen arbeiten sollen.

Während der Bau der Gewerbe-, Produktions- und Logistikstätten am Billebogen noch auf sich warten lässt, soll es mit dem neuen Megalager für die Staatsoper ganz schnell gehen. Der Senat habe die Realisierung vorgezogen, um Kostensteigerungen an anderer Stelle zu umgehen, sagte Brosda. Am bisherigen Standort der Dekorationswerkstätten und des Kulissenfundus in Barmbek sollen 675 Wohnungen entstehen, mit deren Bau so rasch wie möglich begonnen werden soll; die Kostüm- und Maskenfundi haben ihren Standort bisher in Eidelstedt. Mit der Zusammenführung aller Abteilungen in Rothenburgsort verbessern sich laut dem Senator „die Arbeitsbedingungen und die logistischen Voraussetzungen für die Staatsoper erheblich“.

Der Gebäudeentwurf stammt vom Hamburger Architekturbüro DFZ Architekten. Auf rund 19.700 Quadratmetern umfasst er Räume für den Kostüm- und Maskenfundus sowie einen Komplex mit dem Kulissenfundus und den Dekorationswerkstätten. Auch Schlosserei, Tischlerei und die Theatermalerei kommen dort unter.

Mit dem Neubau ist die städtische Sprinkenhof beauftragt, wobei das das Vorhaben nach dem neuen Mieter-Vermieter-Modell des Senats realisiert wird. Eine Objektgesellschaft, die zu 100 Prozent der Stadt gehört, finanziert das Baubudget in Höhe von 68,4 Millionen Euro und vermietet die Immobilie anschließend an die Oper, die dafür jährlich 3,4 Millionen Euro Miete zahlt. Um genau diesen Betrag wiederum erhöht die Stadt ihren Zuschuss an die Kultureinrichtung. Der Bezug des Neubaus ist für Ende 2018 vorgesehen.

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