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Tödlicher Streit um Frau : Hamburg: Mordprozess gegen 46-Jährigen beginnt

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Der 41-jährige Marco Terpe wird mit 28 Messerstichen getötet. Sein Mörder steht ab heute vor Gericht.

Hamburg | Fast ein halbes Jahr nach tödlichen Messerstichen auf einen Mann in Hamburg-Fischbek beginnt am Donnerstag (9.15 Uhr) der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der 46-Jährige ist vor dem Landgericht wegen Mordes, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Er soll laut Staatsanwaltschaft Anfang Mai einen Mann in der Wohnung von dessen Lebensgefährtin angegriffen haben. Auch der Angeklagte sei früher mit der Frau liiert gewesen. Er habe 28 Mal auf den völlig überraschten 41-Jährigen eingestochen, der dabei tödliche Verletzungen erlitt. Auch einen Begleiter des Opfers soll der Angeklagte mit dem Messer verletzt haben. Die damals 33 Jahre alte Frau war nach Polizeiangaben zur Tatzeit nicht anwesend.

Zu Beginn des Prozesses hat der Verteidiger des Angeklagten der Staatsanwaltschaft einseitige Ermittlungen vorgeworfen. „Die Staatsanwaltschaft hat Entlastendes ausgeblendet“, sagte Rechtsanwalt Jan Langhans am Donnerstag vor dem Landgericht. Ein des Drogenhandels beschuldigter Zeuge habe seinen Mandanten belastet, um sich Vorteile zu verschaffen.

Bereits vier Monate zuvor soll der Angeklagte einen anderen Mann am S-Bahnhof Holstenstraße mit einem Messer attackiert haben. Auch dieser Mann habe eine Beziehung zu der 33-Jährigen gehabt. Ob Eifersucht das Motiv war, ist unklar. Der 46-Jährige hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Angaben zu der Tat von Anfang Januar gemacht.

Der Fall wirft auch Fragen zum Vorgehen der Justiz auf. Gegen den Angeklagten sei schon im September 2014 Haftbefehl erlassen worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf damals: gefährliche Körperverletzung. Opfer sei die 33-Jährige gewesen. Der Haftbefehl sei aber unter Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Als nach der Tat von Anfang Januar die Staatsanwaltschaft die Inhaftierung des Beschuldigten forderte, wurde dies vom Haftrichter abgelehnt. Gleichwohl habe der Beschuldigte im Frühjahr eine Zeitlang in Haft gesessen, um eine Ersatzfreiheitsstrafe zu verbüßen. Danach kam er wieder frei.

Zwei Tage vor der tödlichen Auseinandersetzung von Anfang Mai war die Polizei nach eigenen Angaben zu der Fischbeker Wohnung gerufen worden, weil sich dort der 46-Jährige und der Lebensgefährte der Frau stritten. Nur einen Tag nach der Bluttat nahm die Polizei den 46-Jährigen im Stadtteil St. Georg fest. Seitdem sitzt er in U-Haft.

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erstellt am 15.Okt.2015 | 06:56 Uhr

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