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Kriminalstatistik 2015 : Hamburg: Leichter Rückgang bei Körperverletzungen, mehr Wohnungseinbrüche

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Wie viele Morde, wie viele Überfälle, wie viele Einbrüche wurden im vergangenen Jahr in Hamburg verübt? Die Antwort gibt die polizeiliche Kriminalstatistik.

shz.de von
erstellt am 07.Mär.2016 | 15:44 Uhr

Hamburg | Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer haben am Montag die polizeiliche Kriminalstatistik für 2015 vorgestellt. Die Gesamtzahl der erfassten Delikte und die Aufklärungsquote sind leicht gestiegen aber im Wesentlichen stabil geblieben. „Vor allem Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle sind häufiger verübt worden“, sagte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Jan Reinecke.

Die gefühlte Sicherheit nimmt bei vielen Menschen ab - manche rüsten sich mit Pfefferspray und Co. auf oder gründen Bürgerwehren. Die Kriminalstatistik 2015 relativiert einiges, macht aber auch deutlich, wo Probleme liegen. Auch für Schleswig-Holstein wurde heute die Kriminalstatistik verkündet.

„Die Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen eine insgesamt stabile Sicherheitslage.“ sagt Innensenator Grote. 2015 wurden 243.959 Straftaten erfasst, was einem Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Allein die Hälfte der Steigerung (rund 2.000 Fälle) geht hierbei auf ausländerrechtliche Verstöße zurück.

Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Vergleich zum Vorjahr um 1.516 Taten auf insgesamt 9.006 Fälle angestiegen (+20,2%). Der Versuchsanteil liegt bei 41,7 Prozent und ist damit der zweithöchste Wert seit 44 Jahren. Bei Einbruchsversuchen sind vergleichsweise weniger verwertbare Spuren vorhanden, was sich negativ auf die Aufklärungsquote auswirkt. Diese ist 2015 auf 8,7 Prozent gestiegen (+0,4%). Eine Entwicklung erschwert die Präventions- und Aufklärungserfolge: Immer häufiger handelt es sich bei den Einbrechern um sogenannte „reisende Täter“, die professionell agieren und nach ihren Taten die Stadt schnell wieder verlassen. Auf die Zunahme der Taten reagiert die Hamburger Polizei seit August 2015 mit der Einrichtung der Soko „Castle“. Durch Bündelung von Fahndungskräften und operativer Maßnahmen soll die Entdeckungswahrscheinlichkeit insbesondere bei reisenden Tätern erhöht werden. Die Einrichtung der Soko „Castle“ zeigt erste Erfolge: 24 Tatserien mit 217 Einzeltaten konnten aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 53,7 Prozent.

Diebstahl

Einen wesentlichen Anteil an der von der Polizei registrierten Kriminalität haben die Diebstahlsdelikte mit 50,7 Prozent (Vorjahr: 50,4%). Sie machen damit etwas mehr als die Hälfte aller Delikte aus.

Beim Diebstahl in und aus Gaststätten und Hotels sanken die Fallzahlen um 768 (-15,9%) auf 4.076 Fälle. Jedoch ist beim Diebstahl in/aus Warenhäusern ein Anstieg um 1.722 (8,9%) auf 21.159 Fälle zu verzeichnen. Enthalten sind hier auch die Zahlen für den Ladendiebstahl.

Nachdem 2014 die Fallzahlen im Bereich des Taschendiebstahls deutlich anstiegen, reagierte die Hamburger Polizei mit unterschiedlichen Maßnahmen. Im Berichtsjahr stagniert die Zahl und bleibt auf dem Niveau des Vorjahres, was in Anbetracht der auch in anderen Städten 2014 deutlich gestiegenen Zahlen als Erfolg bewertet wird. Es wurde lediglich ein geringer Anstieg um 81 (0,4%) auf 20.237 Fälle verzeichnet. Die Aufklärungsquote konnte zwar geringfügig um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent erhöht werden, bleibt aber niedrig.

Raubtaten und Körperverletzungsdelikte

Die Zahlen der Körperverletzungsdelikte sind im Vergleich zum Vorjahr um 615 auf 21.580 Fälle gesunken, was einem Rückgang um 2,8 Prozent entspricht.

Die Entwicklung der Raubtaten ist insgesamt stabil geblieben. Bereits in 2014 gab es einen starken Rückgang im zweistelligen Prozentbereich.

Gewalttaten auf Straßen, Wegen und Plätzen gingen für den Straßenraub um fünf Prozent und für Körperverletzungen um ein Prozent zurück.

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