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Museumsbesuch : Hamburg: Kein Gratis-Eintritt in Museen

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Die Bürgerschaft hat Anträge von FDP und Linken abgelehnt, freien Eintritt in staatlichen Museen zu gewähren.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2017 | 19:58 Uhr

Hamburg | Museum für lau? Das wird es auch künftig in Hamburg nicht geben. Die Bürgerschaft hat am Mittwoch Anträge von Linken und FDP für einen freien Eintritt in den staatlichen Museen abgelehnt. Außer den Senatsfraktionen von SPD und Grünen sprach sich auch die CDU gegen den Vorstoß aus. „Gratis-Eintritt allein würde die Besucherstruktur nicht ändern“, sagte der Grünen-Kulturexperte René Gögge. Sein CDU-Kollege Dietrich Wersich warnte, durch den Wegfall von Eintrittsgeldern würden die Spielräume für die Häuser geringer statt größer.

Die Links-Fraktion hatte beantragt, die staatlichen Ausstellungsorte sollten in einem ersten Schritt Besuchern zunächst einmal wöchentlich die Türen kostenlos öffnen. Der Linken-Kulturexperte argumentierte, Hamburgs Museen würden ohnehin hoch subventioniert: „Wir wollen, dass diese Subventionen nicht nur denjenigen zugutekommen, die bereit oder in der Lage sind, die hohen Eintrittspreise zu zahlen, sondern allen.“ Hackbusch verwies auf die positiven Erfahrungen mit dem vierwöchigen Gratiseintritt in die renovierte Kunsthalle im Mai 2016. Damals schnellte die Besucherzahl von 40.000 auf 200.000 in die Höhe.

Auch die fraktionslose Abgeordnete Dora Heyenn rief den Senat auf, mit Blick auf sozial Schwache dem Beispiel von Städten wie London und München zu folgen und den Museumseintritt zu streichen beziehungsweise deutlich zu abzusenken. Heyenn: „Viele ärmere Hamburger werden derzeit vom Museumsbesuch ausgegrenzt.“

Die FDP wollte den Gratisbesuch zunächst im Museum für Hamburgische Geschichte testen, da dort ohnehin ein größerer Umbau anstehe. Dieser, sagte der Abgeordnete Jens P. Meyer, sollte genutzt werden, um das Haus baulich den Menschen stärker zu öffnen. Die Hanse-Liberalen schlagen vor, dass Museen ihre Einnahmen durch attraktivere Konzepte vor allem im Bereich der Gastronomie erhöhen sollen. Das gelte auch für neue Shopkonzepte, besseres Merchandising sowie das Aufstellen von Spendenboxen. Meyer: „Man könnte auch die Dauerausstellungen kostenfrei machen, Sonderausstellungen dagegen kostenpflichtig.“

Die rot-grüne Koalition mochte das Thema allerdings nicht einmal zur weiteren Debatte in den Kulturausschuss überweisen. Rot-Grün setzte einen eigenen Zusatzantrag durch. Darin wird der Senat aufgefordert, „die staatlichen Museen in Hamburg dabei zu unterstützen, weitere Maßnahmen und Instrumente für den Abbau von Hemmschwellen für den Museumsbesuch zu entwickeln“.

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