zur Navigation springen

Wegen Erfolg der „HVV-Card“ : Hamburg: HVV führt flächendeckend E-Tickets ein

vom

Der Hamburger Verkehrsverbund rüstet Ticket-System für elf Millionen Euro um – von der Einzel- bis zur Monatskarte. Doch auch die Papierversion bleibt.

Hamburg | Die Revolution hat ein Datum: Im Sommer kommenden Jahres führt der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) flächendeckend die elektronische Fahrkarte ein. HVV-Sprecher Rainer Vohl hat einen entsprechenden Bericht des Online-Magazins „nahverkehrhamburg.de“ bestätigt. Den Einsatz der E-Kundenkarte („HVV-Card“) testet Deutschlands größter Verkehrsverbund bereits seit mehreren Jahren in Harburg und in Bergedorf. Mit so großem Erfolg, dass das bundesweit einzigartige System zum bargeldlosen Fahrtscheinkauf nun auf das gesamte HVV-Gebiet ausgedehnt werden soll.

Angesichts von rund 30 Verkehrsunternehmen in der Metropolregion, die sich unter dem Dach des HVV zusammengeschlossen haben, ist der technische und organisatorische Aufwand allerdings immens. So wird die nötige Umrüstung nur nach und nach erfolgen. Allein etwa 800 Fahrscheinautomaten an Bahnhöfen und Haltestellen müssen elektronische Lesegeräte erhalten, um die Chipkarten verarbeiten zu können. Hinzu kommt die Anschaffung von Kontrollgeräten für Fahrscheinprüfer. Die Gesamtkosten der auf mindestens zwei Jahre angelegten Umstellung beziffert der HVV auf rund elf Millionen Euro.

Laut dem Verbund hat der HVV mit dem System bundesweit die Nase vorn. Denn anders als etwa in Berlin und Frankfurt werden in der Elbmetropole und angrenzenden Landkreisen nicht nur Zeitkarten, sondern auch Einzeltickets auf elektronischem Wege zu kaufen sein.

Das Prozedere: Interessierte Nutzer erhalten eine persönliche Chipkarte mit Foto. Am Ticketautomaten wählen sie - wie bisher - die gewünschte Fahrkarte, halten dann aber nur noch ihre HVV-Card vor ein Lesegerät. Das Ticket wird auf dem Chip gespeichert, die Bezahlung erfolgt monatlich per Abbuchung oder nach dem Prepaid-Prinzip. Auf dieselbe Weise ist auch der Kauf im Bus möglich. Die HVV-Manager sind vom Erfolg der Karte überzeugt. Nicht nur entfallen die lästige Bargeldsucherei und der Papierausdruck, auch kann der Kunde sämtliche Fahrten und Kosten im Internet nachverfolgen. Und: Nutzer erhalten einen Preisnachlass von drei Prozent. Vorteil für den Verbund ist zudem ein besserer Zugriff auf Gelegenheitsfahrer.

Dennoch, so stellt der HVV-Sprecher klar, werde niemand zum Verzicht auf den gewohnten Papierfahrschein gezwungen. Dieser bleibe im Angebot. Zugleich registriert der Verkehrsverbund aber ein rasant steigendes Interesse von Kunden an elektronischen Angeboten, wie etwa Tickets zum heimischen Selbstausdruck via Internet.

Und so dürfte auch die E-HVV-Card nur eine Zwischenstation zu einer noch einfacheren Methode sein. Wie andere Nahverkehrsverbünde auch feilt der HVV am „Be-In/Be-Out-System“. Dabei registriert das Smartphone, wenn ein Fahrgast ein- und aussteigt. Der Computer errechnet daraus den Fahrpreis und veranlasst die Abbuchung – Fahrschein überflüssig. Bis zur Praxistauglichkeit dürften nach Einschätzung von Experten allerdings noch einige Jahre vergehen.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Sep.2015 | 18:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen