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Verfassungsschutz : Hamburg-Harburg: Zwei Moscheen unter Beobachtung

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Die beiden Gotteshäuser in Hamburg-Harburg sollen militante Moslems anziehen. In den Moscheen trat bereits der Salafisten-Prediger Pierre Vogel auf. Der Verfassungsschutz ist alarmiert.

Hamburg | Der Hamburger Verfassungsschutz hat zwei Moscheen in der Hansestadt unter Beobachtung gestellt. Die islamischen Gotteshäuser im Stadtteil Harburg seien Anlaufstellen für militante Moslems, so die Einschätzung des Amtes unter Leiter Torsten Voß. Es handelt sich um die Taqwa-Moschee an der Anzengruberstraße und die Masjid-El-Iman-Moschee am Krummholzberg.

Deutschlands umstrittenster Salafist Pierre Vogel hat nach Erkenntnissen der Verfassungshüter in beiden Moscheen gepredigt und in der Taqwa-Moschee auch übernachtet. Vogel soll dabei auch Solidarität für den Hamburger 9/11-Terrorhelfer Mounir al-Motassadeq gefordert haben. Vogel war im Sommer kurzzeitig nach Hamburg-Wilhelmsburg gezogen, hat der Hansestadt inzwischen aber wieder den Rücken gekehrt.

Die Taqwa-Moschee befindet sich seit längerem im Visier der Sicherheitsbehörden in der Hansestadt, weil sie Treffpunkt für die Mitglieder der 2012 verbotenen Vereinigung „Millatu Ibrahim“ war. Im vorigen Jahr trat dort der salafistische Prediger Ibrahim Abou Nagie auf. Dieser ist Initiator der „Lies!“-Kampagne, bei der Salafisten in deutschen Fußgängerzonen kostenlos Korane verteilen. Ob der Verfassungsschutz ein Verbotsverfahren gegen die Taqwa-Moschee anstrebt, ist unklar.

Harburg spielte bei den Anschlägen am 11. September 2001 auf das New Yorker World Trade Center eine besondere Rolle. Der Flugzeugentführer Mohammed Atta und mehrere Komplizen hatten in Harburg studiert und gelebt. Auch der verurteilte Terrorhelfer Mounir al-Motassadeq wohnte hier.

Die Radikalisierung junger Hamburger Moslems in den beobachteten Moscheen bereitet dem Verfassungsschutz immer größere Sorgen. Laut Torsten Voß sind bislang mehr als 40 Hamburger in den Irak und nach Syrien ausgereist, um dort Terrororganisationen wie den „Islamischen Staat“ (IS) zu unterstützen. Ein Drittel von ihnen soll inzwischen wieder in Hamburg sein. Die Befürchtung: Die zu allem entschlossenen Kriegs-Rückkehrer könnten den Kampf des IS nach Deutschland tragen und hier Anschläge verüben.

Unterdessen wirft die oppositionelle CDU dem SPD-Senat vor, zu wenig für den Schutz von Schülern vor Salafisten zu tun. Die schulpolitische Sprecherin Karin Prien verweist auf den Fall eines 19-Jährigen aus Altona. Dieser soll als Jugendlicher an seiner Schule von Dschihadisten radikalisiert worden sein. Er zog in den Bürgerkrieg nach Syrien, wo er getötet worden ist. Prien: „Der Senat unternimmt zu wenig, um zu verhindern, dass Jugendliche aus Hamburg in die Fänge von Salafisten und Islamisten geraten.“ Dringend nötig seien eine „intensive Präventionsarbeit an allen Schulen und eine breite gesellschaftliche Debatte“ zum Thema.

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erstellt am 22.Sep.2014 | 17:30 Uhr

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