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Nach Feuer im Nachtclub : Hamburg: Goldene Zeiten für den „Pudel Club“

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Hamburg unterstützt den Wiederaufbau des vor rund einem Jahr zerstörten Clubs mit voraussichtlich 200.000 Euro.

Hamburg | Der „Pudel“ wird auferstehen: Nach dem verheerenden Brand im legendären Anarcho-Musiklokal „Golden Pudel Club“ am Hafenrand ist der Wiederaufbau endgültig gesichert. Zu den Gesamtkosten von 850.000 Euro wird die Stadt gut ein Drittel aus Steuergeld beitragen. 200.000 Euro kommen aus dem Hamburger Sanierungsfonds, weitere 100.000 vom Bezirk Altona.

Über Jahre streiten sich die Besitzer Richter und Schamoni schon über die Nutzung des Hauses. Kurz bevor das Gebäude hätte zwangsversteigert werden sollen, brannte der Club am Hamburger Fischmarkt im Februar 2016.

Bei der Verkündung dieses warmen Regens griff Grünen-Kulturexperte René Gögge gestern zu einem großen Vergleich: „Der ,Golden Pudel Club‘ gehört zur Hafenstraße – genau wie die Elbphilharmonie nicht mehr aus der Hafencity wegzudenken ist.“ Der Tempel der Subkultur soll  2018 wiedereröffnet werden. Als musikalische Brutstätte der „Hamburger Schule“ ist die Club-Legende auch international bekannt.

Vor einem Jahr war das Obergeschoss des Holzgebäudes an der St. Pauli Hafenstraße ausgebrannt und der darunter liegende Musikclub erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach dem Abriss des ersten Stockwerks ist der Rest„-Pudel“ derzeit mit einer Betonplatte abgedeckt, darunter hat die Sanierung des Erdgeschosses begonnen.

Nun  sind darüber  zwei Stockwerke geplant, der gewonnene Platz soll dazu diene, dort diverse Veranstaltungen anzubieten: Lesungen, Diskussionen, Workshops, Seminare. Auch kommt dort das Archiv des „Park Fiction“ unter. Das künstlerisch-gesellschaftspolitische Projekt hat oberhalb des „Golden Pudel Clubs“ auf St. Pauli einen Bürger-Stadtteilpark geschaffen.

Vor und nach dem Brand lagen sich die beiden gemeinsamen „Pudel“-Eigentümer verbissen den Haaren. Rocko Schamoni („Die Goldenen Zitronen“), Chef des Musik- und Tanzclubs, wollte das Gebäude als Symbol von Gegenkultur und Anti-Kommerz erhalten. Wolf Richter, Betreiber des abgebrannten Cafés „Oberstübchen, strebte einen Verkauf an.

Letzterer gab schließlich nach und machte den Weg frei für eine öffentliche Förderung. Zunächst stieg die „Mara und Holger Cassens Stiftung“ ein, nun folgte die Finanzierungszusage der Stadt. Allerdings, so betont Schamoni, bleibe der „Pudel“ selbstverwaltet.

Was auch heißt, dass er und seine Mitstreiter den Rest der Sanierungskosten schultern müssen. Geschehen solle dies durch Eigenleistungen beim Aufbau sowie durch Spenden- und Solidaritätsaktionen.

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erstellt am 21.Feb.2017 | 18:34 Uhr

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