Süleyman Tasköprü : Hamburg gedenkt NSU-Opfer mit eigener Straße

13 Jahre ist es her seit der Gemüsehändler Süleyman Tasköprü in Hamburg ermordet wurde. Er starb in den Armen seines Vaters. Jahrelang war unklar, dass auch er ein Opfer der NSU-Terrorgruppe war. Nun wird ihm in Hamburg eine bleibende Erinnerung gesetzt.

shz.de von
26. Juni 2014, 07:12 Uhr

Hamburg | Die Hansestadt gedenkt des mutmaßlichen NSU-Opfers Süleyman Tasköprü mit einer eigenen Straße. Im Stadtteil Bahrenfeld wird am Donnerstag unweit des Tatorts ein 300 Meter langes Teilstück der Kohlentwiete in Tasköprüstraße umbenannt. Die Türkische Gemeinde Hamburg begrüßte die Straßenumbenennung.

An der Zeremonie nehmen nach Angaben des Bezirksamtes Altona neben Angehörigen des Opfers die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), Grünen-Chef Cem Özdemir, Senatorin Barbara Kisseler (parteilos) und der türkische Generalkonsul Mehmet Fatih Ak teil. Tasköprü war am 27. Juni 2001 nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft im Alter von 31 Jahren von den Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Lebensmittelgeschäft seines Vaters erschossen worden. Er hinterließ Frau und eine kleine Tochter. Zunächst hatte die Polizei damals im Umfeld des Ermordeten ermittelt.

Jahrelang blieb unklar, wer hinter dem Mord stand. In einem fast 90 Seiten langen Bericht hatte der Hamburger Senat im Mai die Ermittlungen nach der NSU-Mordserie aufgearbeitet. Der Bericht geht auf Versäumnisse und Konsequenzen ein. Die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ soll zwischen 2000 und 2007 zehn Morde begangen haben.

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