Kleiner Grasbrook : Hamburg: Fünf Verletzte bei Bootsunfall auf Elbe

Ein Schnellboot gerät am Samstag im Stadtteil Kleiner Grasbrook nahe der Elbbrücken gegen einen Ponton.

Avatar_shz von
28. Juni 2015, 13:00 Uhr

Hamburg | Blutiges Ende einer fröhlichen Ausflugstour auf der Elbe: Ein mit fünf Männern besetztes Sportboot ist am Samstag vermutlich ungebremst gegen einen Ponton auf dem Kleinen Grasbrook geprallt. Die Insassen (25 bis 55 Jahre) wurden aus dem offenen Boot auf einen Ponton geschleudert und dabei teils schwer verletzt. Sie trugen Arm- und Beinbrüche, Prellungen sowie Schnittwunden davon. Einer erlitt eine Fraktur des Nasenbeins. Rettungssanitäter und ein Notarzt versorgten die Männer. Diese kamen anschließend in verschiedene Krankenhäuser. Lebensgefahr bestand nicht.

Das Unglück ereignete sich gegen 16.20 Uhr am Holthusenkai nahe den Elbbrücken. In Hamburg herrschte sommerliches Wetter, die Männer feierten angeblich Junggesellenabschied. Augenzeugen berichteten, einer der Männer sei mit Pappkrone und Umhang verkleidet gewesen, im Boot hätten leere Getränkedosen gelegen. Ob der Schiffsführer (55) angetrunken war, konnte der Polizeisprecher am Sonntag nicht sagen. Wegen der Schwere der Verletzungen sei ein Atemalkoholtest bei dem Mann nicht möglich gewesen. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen, deren Ergebnis zunächst nicht vorlag.

Passanten am Ufer sahen, wie das Schnellboot mit hoher Geschwindigkeit gegen den Stahlponton am Holthusenkai stieß. Laut den Zeugen hatte sich der Skipper kurz vor der Kollision über die Bordwand gebeugt, womöglich um einen herausgefallenen Fender zurück ins Boot zu holen. Dabei soll er die Kontrolle über das Fahrzeug verloren haben.

Bei dem Aufprall schlitzte der Stahlträger des Anlegers die Steuerbordseite des Bootes auf. Einsatzkräfte konnten ein Sinken verhindern. Keiner der Insassen landete in der Elbe, alle wurden im hohen Bogen auf den Ponton geschleudert. Einige durchbrachen dabei die vordere Reling. Weil zunächst nicht klar war, wie viele Mitfahrer an Bord waren, rückten Taucher der Feuerwehr und mehrere Boote der Wasserschutzpolizei an.

Die Gruppe hatte das Boot vom Typ „Galia 620 Sport“ bei einem Verleih am Moorfleeter Deich an der Dove Elbe (Moorfleet) gemietet; Tagespreis: 215 Euro. Laut Internetseite des Verleihers verfügt das Modell über einen 200 PS starken Yamaha-Viertakt-Außenbordmotor. Ein „geübter Fahrer“ könne damit bis zu 70 Stundenkilometer erreichen. Wie schnell das Unglücksboot unterwegs war, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Zur Klärung des Unfallhergangs hat die Wasserschutzpolizei bei der Nautischen Zentrale Radarbilder und Aufzeichnungen des UKW-Sprechfunkverkehrs gesichert. Das Sportboot wurde zur technischen Untersuchung beschlagnahmt. Gegen den Schiffsführer wird wegen Verdachts auf Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert